Langeweile frisst sich durch: so stoppen sie den nasch-kreislauf!
Wer kennt es nicht: Ein gemütlicher Sonntag, ein Filmabend – und plötzlich greift man zum Sack Chips oder gönnt sich ein Stück Kuchen. Der Grund? Oft ist es nicht Hunger, sondern Langeweile, die uns zum Snack greifen lässt. Experten warnen: Diese Gewohnheit kann schnell zu einer Gewichtszunahme führen.
Die psychologie des langweilenessens
Dr. Ovi Dushaj, Ernährungswissenschaftler bei MioDottore, erklärt den Mechanismus: "Wenn wir uns langweilen, ist es nicht der Magen, der nach Nahrung schreit, sondern das Gehirn. Die Langeweile ist ein Mangel an Reizen, und wir versuchen, diesen mit Essen zu füllen – vorzugsweise mit Lebensmitteln, die uns sofort eine Belohnung geben." Das Verlangen nach Süßem am Morgen oder Salzigem am Abend ist also oft ein Zeichen dafür, dass unser Kopf eine Beschäftigung sucht.
Die Wahl fällt dabei meist auf zuckerhaltige oder fettige Snacks. "In 90 Prozent der Fälle greifen wir, wenn uns langweilt, nach Süßigkeiten“, so Dushaj weiter. "Der Körper ist von Natur aus auf Zucker ausgerichtet, da er eine schnelle Energiequelle darstellt. Der Verzehr von Zucker setzt im Gehirn Glückshormone frei, was ein positives Signal auslöst und die Sucht nach mehr verstärken kann." Auch salzige Snacks wie Käse, Chips oder Pizza sind beliebt, bergen aber das gleiche Risiko.
Ein tückischer Teufelskreis: Das Essen vor dem Bildschirm verstärkt das Problem zusätzlich. Wir verbinden Entspannung mit Nahrungsaufnahme und schalten die natürlichen Sättigungssignale aus. Dies kann zu einer allmählichen Gewichtszunahme führen.

Serotonin-mangel und die nachmittags-heißhungerattacke
Ein weiterer Faktor, der zu Heißhungerattacken führen kann, ist ein Mangel an Serotonin, dem Glückshormon. "Stress oder Angst können den Serotoninspiegel senken, was zu einem Verlangen nach Zucker führt, um diesen Mangel auszugleichen“, erklärt der Experte. Diese Heißhungerattacken treten häufig zwischen 17 und 19 Uhr auf, wenn der Körper versucht, seine chemische Balance wiederherzustellen.
Clever gegen die langeweile: so brechen sie den kreislauf
Was also tun, um dem Nasch-Kreislauf zu entkommen? Der Schlüssel liegt darin, die Langeweile aktiv zu bekämpfen. "Anstatt zum Kühlschrank zu greifen, sollten Sie sich fragen, ob Sie wirklich Hunger haben oder ob es sich um Langeweile handelt“, empfiehlt Dushaj. Finden Sie Hobbys, gehen Sie spazieren oder unternehmen Sie etwas, das Ihnen Freude bereitet und Ihren Geist beschäftigt.
Wenn Sie dennoch einen Snack zu sich nehmen möchten, sollten Sie ihn bewusst genießen und in kleinen Portionen konsumieren. "Es ist wichtig, das Essen zu schmecken und sich Zeit zu nehmen. So kann das Gehirn das Sättigungsgefühl besser erfassen.“ Und: Verschieben Sie den Nachtisch auf den Nachmittag, wenn die Heißhungerattacke wirklich kommt – dann wird das Essen zu einem geplanten Genussmoment anstelle eines unkontrollierten Zugangs.
Die Erkenntnis, dass es sich um ein psychologisches Problem handelt und nicht um echten Hunger, ist der erste Schritt zur Besserung. Mit bewusster Achtsamkeit und kleinen Veränderungen im Alltag lässt sich der Teufelskreis aus Langeweile und ungesundem Essen durchbrechen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen!
