Eric heiden: der eisschnelllauf-mythos und sein überraschender wechsel
- Eric heiden: der eisschnelllauf-mythos und sein überraschender wechsel
- Ein ausnahmetalent erschöpft sich
- Der verpasste wecker und der historische sieg
- Fünf goldmedaillen – eine einmalige leistung
- Der beste skater aller zeiten
- Ein wechsel ins radsportfeld
- Doping-gerüchte und ein erneuter einsatz im sport
- Ein vermächtnis bleibt bestehen
Eric heiden: der eisschnelllauf-mythos und sein überraschender wechsel
Vor 46 Jahren, am 23. Februar 1980, schrieb Eric Heiden Sportgeschichte. Der damals 21-jährige US-Amerikaner demonstrierte bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid eine Dominanz im Eisschnelllauf, die bis heute unerreicht ist. Doch sein Weg endete nicht auf dem Eis – ein unerwarteter Wechsel sollte folgen.
Ein ausnahmetalent erschöpft sich
Die Vorzeichen standen denkbar schlecht. Heiden war nach seiner beispiellosen Goldserie im Eisschnelllauf völlig ausgezehrt. Vier Olympiasiege hatte er bereits gefeiert, als das 10.000-Meter-Rennen anstand, die letzte und zugleich kräftezehrendste Disziplin. Doch die Erschöpfung kam nicht nur von den Wettkämpfen selbst. Am Vorabend hatte Heiden im Stadion den 4:3-Erfolg der US-Eishockeymannschaft über die Sowjetunion – das legendäre „Miracle on Ice“ – mit seinen Jugendfreunden Mark Johnson und Bob Suter gefeiert.

Der verpasste wecker und der historische sieg
Entsprechend spät kam Heiden ins Bett und verschlief am Morgen seines finalen Rennens. Ein ausgiebiges Frühstück blieb ihm verwehrt. Doch was dann folgte, war schlichtweg historisch. Trotz der widrigen Umstände gewann Heiden auch über die 10.000 Meter in einer unglaublichen Zeit von 14:28.13 Minuten. Er distanzierte den Niederländer Piet Kleine um fast acht Sekunden, unterbot seine persönliche Bestleistung um rund 15 Sekunden und pulverisierte den Weltrekord um mehr als sechs Sekunden.

Fünf goldmedaillen – eine einmalige leistung
Heiden war der unangefochtene Star der Olympischen Winterspiele 1980. Als erster – und über viele Jahrzehnte einziger – Sportler gewann er bei einer einzigen Winterspiele-Ausgabe fünf Goldmedaillen. Gemeinsam mit seiner Schwester Beth trug er die Hälfte der US-amerikanischen Medaillen bei. Seine Leistungen allein hätten den USA den dritten Platz im Medaillenspiegel gesichert, hinter der UdSSR und der DDR.
Der beste skater aller zeiten
Heiden siegte über sämtliche Distanzen: 500, 1000, 1500, 5000 und 10.000 Meter. Vor allem über 1000 und 1500 Meter sah er sich selbst als Favoriten. „Die 5000 Meter liegen mir nicht besonders, und die 500 Meter sind immer ein Glücksspiel“, hatte er vor den Spielen gesagt. Doch auch auf der Sprintdistanz begann sein Goldrausch. Sein Sieg über Jewgeni Kulikow war besonders dramatisch, er drehte das Rennen mit einem furiosen Schlussspurt und gewann mit 42 Hundertstelsekunden Vorsprung.
Ein wechsel ins radsportfeld
Nur einen Monat nach seinem historischen Erfolg trat Heiden zurück. Doch das war nicht das Ende seiner sportlichen Karriere. Er wechselte zum Radsport, ein Schritt, der sich irgendwie anbahnte, da er während der Sommermonate intensiv auf dem Rad trainiert hatte. Er beschrieb sich selbst als „Sprinter, Ausdauerathlet, einfach alles“. Im Jahr 1985 wurde er US-Profimeister im Radsport, beendete die Giro d’Italia 1986 auf Rang 131 und schied bei der Tour de France desselben Jahres nach einem Sturz aus.
Doping-gerüchte und ein erneuter einsatz im sport
Heidens schier unglaubliche Leistungen weckten auch kritische Stimmen und Doping-Zweifel. Als studierter Mediziner und späterer Orthopäde in Utah machte er sich als Sportmediziner einen Namen und arbeitete in einem von Doping geprägten Umfeld, unter anderem für das Team von Lance Armstrong. Dennoch wurde Heiden selbst nie des Dopings überführt. Später arbeitete er als TV-Experte und betreute Basketball-Profis sowie das US-Eisschnelllaufteam.
Ein vermächtnis bleibt bestehen
Auch bei den Olympischen Spielen 2026 war Heiden vor Ort und sah, wie Johannes Hösflot Kläbo seine Bestmarke von sechs Olympiasiegen übertraf. Doch Heidens Leistung bleibt einzigartig. Kläbo gewann zwei seiner Siege in Teamkonkurrenzen, während Heiden in Einzelwettbewerben unübertroffen blieb. Sein Vermächtnis als der „beste Skater, den es je gab“ lebt weiter.
