Emma aicher: silber-coup in cortina – „jetzt reiß dich mal zusammen!“
Emma aicher: silber-coup in cortina – „jetzt reiß dich mal zusammen!“
Cortina d’Ampezzo/Mailand, 08. Februar 2026 – Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina hat Emma Aicher eine sensationelle Leistung gezeigt und die Silbermedaille in der Abfahrt gewonnen. Die 23-jährige DSV-Hoffnung verpasste Gold nur um vier Hundertstelsekunden. Im Gespräch mit Fabian Hambüchen in der Eurosport-Sendung „Forza FaBi“ sprach sie offen über ihren Medaillengewinn, die Nervosität vor dem Start und ihre Selbstgespräche während der Fahrt.
„Es hat sich schlecht angefühlt“
„Es hat sich schlecht angefühlt und bei der dritten Kurve habe ich gedacht: Emma! Reiß dich mal zusammen!“, gestand Aicher im Interview. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten konnte sie ihren Ski gut laufen lassen, fühlte sich aber durch die welligen Passagen immer wieder nach hinten gezogen. “Ich konnte meinen Ski gut laufen lassen, aber über jeden Hügel hat es mich raufgezogen”, so Aicher. Diese Selbstkritik während der Fahrt zeugt von ihrer außergewöhnlichen Konzentration und ihrem Willen.

Ein unrealistisches gefühl
„Es fühlt sich ziemlich unrealistisch an und es wird noch lange dauern, bis ich begreife, was heute passiert ist. Es ist alles blank bei mir. Ich habe mich riesig gefreut, dass es heute geklappt hat“, sagte die frischgebackene Silbermedaillengewinnerin sichtlich überwältigt. Der Moment des Erfolgs scheint sie noch nicht vollständig erfassen zu können.
Die tofana – eine brutale herausforderung
Die Abfahrt auf der Tofana in Cortina d’Ampezzo galt als besonders anspruchsvoll. Breezy Johnson war die einzige Athletin, die schneller war als Aicher, während Sofia Goggia den dritten Platz belegte. Aichers unaufgeregte Art und ihre bewährten Vorbereitungsrituale halfen ihr, mit dem Druck umzugehen.
Ruhe vor dem sturm
„Die letzten zwei Minuten vor dem Start sind eigentlich die Schönsten“, verriet Aicher. „Da ist komplette Stille bei mir und ich bekomme gar nichts mehr mit. Ich versuche, alles gleich zu behalten. Denn am Ende muss ich Skifahren. Und das mache ich jeden Tag.“ Diese Routine und innere Ruhe scheinen ihr zu helfen, ihr volles Potenzial abzurufen.
Vier medaillenchancen in cortina
Aicher ist eine Ausnahmesportlerin, die im Weltcup alle vier Disziplinen fährt. Bei Olympia könnte sie sogar in fünf Wettbewerben an den Start gehen, einschließlich der Team-Kombination. „Aktuell bin ich in allen Disziplinen mit meinem Skifahren sehr zufrieden – auch, dass ich es hier bei Olympia gleich zeigen konnte“, erklärte sie. Mit Podestplätzen im Slalom und Siegen im Super-G stehen ihre Chancen auf weitere Medaillen sehr gut.
Blick nach vorne
„Heute werde ich den Tag genießen und ab morgen wird nach vorne geblickt. Ich werde es genau gleich angehen und mich auf mich fokussieren. Wenn ich dann mein Skifahren leisten kann, dann bin ich zufrieden – und dann wird man sehen, wie weit es geht“, so Aicher optimistisch. Die kommenden Tage versprechen weitere spannende Wettkämpfe und vielleicht noch weitere Erfolge für die deutsche Skirennläuferin.
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