Embiid-comeback: hoffnungsschimmer oder fehlstart für die sixers?

Philadelphia – Joel Embiid ist zurück, aber die erhoffte Wende im Playoff-Duell gegen die Boston Celtics ließ auf sich warten. Nach nur 17 Tagen Pause kehrte der ehemalige MVP auf das Parkett zurück, präsentierte solide Zahlen, doch sein Einfluss auf das Spiel war deutlich geringer als erwartet. Ein Comeback mit Fragezeichen, das die Hoffnungen der Sixers vor einem weiteren Rückschlag in der Serie gefährdet.

Die zahlen lügen nicht, aber das spielgefühl fehlte

34 Minuten, 26 Punkte, 10 Rebounds, 6 Assists – auf dem Papier eine beeindruckende Leistung nach einer Blinddarm-Operation. Doch wer das Spiel verfolgt hat, weiß: Embiid wirkte nicht wie der dominante Spieler, der die Sixers in der regulären Saison so oft zum Sieg führte. Seine Trefferquote von 9 von 21 (42,9 %) war enttäuschend, und gerade seine Distanzwürfe (1 von 6) waren ein Zeichen seiner veränderten Verfassung. Boston reagierte schnell und zwang ihn, schwierige Würfe zu nehmen, wodurch sein üblicher direkter Weg zum Korb verstellt wurde.

“Man kann ihn nicht stoppen, man muss ihn kontrollieren”, sagte Celtics-Coach Joe Mazzulla treffend. Und genau das gelang seinem Team. Die intensive Verteidigung der Celtics machte es Embiid schwer, Rhythmus zu finden und das Spiel zu dominieren. Es war ein deutliches Zeichen dafür, dass die Celtics sich optimal auf seine Rückkehr eingestellt hatten.

Das teamgefüge leidet unter embiids präsenz

Das teamgefüge leidet unter embiids präsenz

Noch problematischer als Embiids individuelle Leistung ist jedoch die Auswirkung seines Comebacks auf das gesamte Team. In seinen Abwesenheit entwickelten Tyrese Maxey und VJ Edgecombe eine Dynamik, die das Spiel der Sixers beschleunigte und unberechenbarer machte. Mit Embiid zurück auf dem Feld verlangsamte sich das Spiel, und der Fokus verlagerte sich wieder auf das Halbfeldspiel – ein Muster, das den Sixers in früheren Playoff-Serien bereits zum Verhängnis geworden ist. Die Abhängigkeit von Embiids individueller Klasse ist nach wie vor offensichtlich, und wenn er kontrolliert wird, fehlt es dem Team an kreativen Lösungen.

Die Boston Celtics haben Embiid in der ersten Partie nach seiner Verletzungspause effektiv eingeschränkt. Es war eine Demonstration von taktischer Finesse und Disziplin, die den Sixers vor eine große Herausforderung stellt.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 96:128. Ein Debakel, das die Hoffnung auf eine Wende in der Serie deutlich schrumpfen lässt. Embiid selbst räumte nach dem Spiel ein: “Man versucht unter den Umständen sein Bestes zu geben, wir haben nicht gut gespielt.” Ein klares Bekenntnis, aber gleichzeitig ein Eingeständnis der Realität: Gegen eine so starke Leistung der Celtics wird es für die Sixers schwer, die Serie noch zu drehen. Die Frage ist nicht, ob Embiid zurückkehren kann, sondern ob seine Anwesenheit das Team tatsächlich stärker macht – oder ob sie ihm im Gegenteil zum Stolperstein wird.