Elversberg jagt revanche gegen bielefeld – wagner warnt vor geduldspiel

Nach dem Klappergestern in Fürth droht der SV Elversberg das Zeitfenster zu verpassen. Samstag, 13 Uhr, Ursapharm-Arena: Gegen Arminia Bielefeld muss ein Sieg her, sonst verflüchtigt sich vor der Länderspielpause der Aufstiegsdampf.

Wagner schaltet auf konter-modus

Vincent Wagner sprach offen von „beschissener Stimmung“ nach dem 0:2 in Franken. Drei Tage hat er die Truppe schwitzen lassen, jetzt zählt nur noch die Tabelle. Platz drei, Relegationsrang, ein Punkt vor Hannover, zwei vor Darmstadt. Die Arminia, Tabellen-15., kommt als perfekter Gegner: vier Spiele ohne Sieg, aber gerade in Paderborn eroberte der Underdog einen Punkt – und genau diese Erfahrung macht Wagner nervös.

„Die werden uns nicht offen entgegenlaufen“, warnt der 39-Jährige. „Es wird ein brutales Geduldsspiel.“ Der Coach will die Lücke zwischen Mittelfeld und Abwehr verkleinern, die Umschaltmomente beschleunigen. Dabei darf niemand vergessen, dass Elversberg in der Hinrunde Rekordklub gespielt hat – mit Tempofußball, nicht mit Mauern.

Schnellbacher könnte mokwa verdrängen

Schnellbacher könnte mokwa verdrängen

Die Personalie Luca Schnellbacher sorgt für interne Zündstoff. Seit Ende Oktober saß der Ur-Elversberger nur auf der Bank, nach dem Ebnoutalib-Transfer und der Mokwa-Verpflichtung rutschte er in die zweite Reihe. Doch der Winter-Neuzugang aus Osnabrück wirkt noch nicht ganz eingebunden. Wagner ließ durchblicken, dass Schnellbachers Laufwege und Pressingintensität der DNA besser entsprechen. Eine Entscheidung fällt erst kurz vor Anpfiff.

Fit sind alle. Pfeiffer und Seifert kehrten vom Muskelbündel zurück, Gelbsperren drohen keine. Die einzige Frage lautet: Wer trägt die Anfangsformation, die Bielefeld früh trifft?

Grodowski ist bielefelds lebensversicherung

Grodowski ist bielefelds lebensversicherung

Auf der Gegenseite ruht die Hoffnung auf Joel Grodowski. Neun Treffer, keine zwei Meter groß, dafür mit Killerinstinkt. Ohne seine Tore stünde Arminia im freien Fall. Torwart Jonas Kersken hält die Defensive mit 36 Gegentoren knapp über Wasser. Knoche laboriert weiter am Rücken, Ex-SVE-Profi Arne Sicker springt ein. Und dann ist da noch Jannick Rochelt, einst Publikumsliebling an der Kaiserlinde, heute Leihgabe aus Hannover – mit zwölf Toren und 15 Assists in der Aufstiegssaison 2022/23. Emotionale Rückkehr garantiert.

Die Arminia muss punkten, will den Anschluss ans rettende Ufer nicht verlieren. Elversberg muss gewinnen, will vor den April-Wochen mit Schalke, Paderborn und Darmstadt nicht den Faden verlieren. Wer zuerst nachlässt, rutscht ab.

Die wahrheit liegt in der zweikampfquote

Die wahrheit liegt in der zweikampfquote

Statistik hin oder her – dieses Spiel entscheidet sich in den Kopfbällen vor dem Strafraum. Elversberg gewann 54 Prozent der Luftduelle in dieser Saison, Bielefeld nur 48. Bei Standards hat die SVE 13 Tore erzielt, die Arminia nur acht. Die Zahlen sprechen für Wagner, die Nerven für Kniat.

Nach neun Monaten Saison ist die Psyche der Schlüssel. Wer am Samstag die Krise in den Knochen behält, verliert. Wer wie Elversberg die eigene Identität lebt, gewinnt – und flüstert vor der Länderspielpause den Aufstiegsträumen neue Energie zu. Anpfiff 13 Uhr, Audiostream auf sportschau.de. Danach wird klar: Wer die Großen ärgert, muss zuerst die eigenen Dämonen besiegen.