Ella toulon schockt bremen: sgs essen wirft pokalfavoriten raus
1702 Zuschauer, ein einziger Schlag und ein Pokaltraum, der lebt. Ella Toulon traf in der 42. Minute gegen Werder Bremen, und plötzlich steht die SGS Essen im Halbfinale des DFB-Pokals. Der Underdog, Tabellen-Vorletzter der Frauen-Bundesliga, fegte den haushohen Favoriten mit 1:0 (1:0) vom Platz.
Das tor fiel, als bremen gerade das spiel für sich beanspruchte
Die Bremerinnen hatten die ersten zwanzig Minuten dominiert, aber ohne Durchschlagskraft. Erst Mara Alber (34.) testete Luisa Palmen, kurz darauf verzog Lina Hausicke per Kopf. Essen wirkte verunsichert, bis Beke Sterner die erste eigene Chance eröffnete. Ihr Schuss aus 14 Metern streifte das Außennetz. Die Flanke, die sie zwei Minuten später schlug, landete jedoch exakt an Ellas Fuß. Zehn Meter, halblinks, völlig blank. Keine Chance für Torfrau Rebecca Duden.
Die zweite Hälfte wurde zur Geduldsprobe für Bremen. Friederike Kromps Team drängte, fand aber keine Ritzen. Essens Viererkette stand so dicht, dass selbst Standard-Situationen ins Leere liefen. Werder wirkte, als hätte es das 1:0 nicht auf der Rechnung. Die Gastgeberinnen dagegen konterten mit Selbstvertrauen und hätten durch Janelt Herrmann sogar noch erhöhen können.

80 000 Euro prämie – ein rettungsanker für den kleinen klub
Für den selbsternannten Ausbildungsverein sind die 80 000 Euro Preisgeld kein Bonus, sondern Liquidität. Kein Investor, kein Konzern im Rücken, dafür eine Akademie, die Talente formt und verkauft. „Jetzt wissen die Mädels, dass sie mit großen Namen mithalten können“, sagte Trainerin Heleen Jaques im Mixed-Zone-Sprint. Der erste Sieg des Jahres könnte der Startschuss für den Klassenverbleib sein.
Im Halbfinale wartet nun Bayern oder Wolfsburg. Keine Rolle. In Essen glaubt man wieder an das Momentum. Ella Toulon wird an diesem Abend noch viele Interviews geben, doch der Satz, den sie hinterher in Richtung Südtribüne brüllt, reicht: „Wir sind noch lange nicht fertig!“
