Elias scholtes zählt die tage: endspiel-comeback gegen magdeburg im visier
Die Uhr tickt. Seit 160 Tagen fehlt Elias Scholtes dem Bergischen HC – und genauso lange brennt dem 22-Jährigen unter den Nägeln. Nun zieht der WM-Goldjunge von 2023 die Daumen-Schrauben seiner Reha an: Final4, 18. April, Pokal-Halbfinals gegen genau den Klub, der ihn im November in die Reha schickte. Magdeburg wird zur Bühne seines Comebacks.
Die physios arbeiten, scholtes rechnet
„Wir geben Vollgas“, sagt er im Dyn-Interview und nennt keine Allgemeinplätze. Stattdessen zählt er auf: Athletik-Coach, Physio-Team, individuelle Laststeuerung. Die Sprunggelenks-Plastik, die ihn nach einem Foul im November außer Gefecht setzte, ist längst Geschichte; was bleibt, ist der Zeitplan. Erst Länderspielpause, dann Mannschaftstraining, dann Vollgas. April steht rot im Kalender.
Sein Mitspieler Eloy Morante Maldonado lief beim 25:25 gegen Magdeburg bereits auf – Scholtes saß in der Kabine, schob die Zahnrad-Seilschaften seines Knöchels durch und spürte: „Das ist nochmal ein großer Unterschied.“ Doch der Unterschied schrumpft täglich. Die Belastungskurve zeigt nach oben, die Schmerzskala nach unten.

Pokalfinale als emotionale zielmarke
Für den BHC ist Scholtes kein beliebiger Rückraum-Shooter. Er ist der Linkshand-Impulsgeber, der vor der Verletzung 6,9 Tore pro Spiel erzielte und die zweite Welle mit Tempo 30 anrollen ließ. Trainer Markus Baur weiß: Mit Scholtes gewinnt das Kollektiv eine zusätzliche Dimension, ohne ihn bleibt die rechte Angriffsseite halb so scharf.
Die Konkurrenz schläft nicht. Magdeburg toppt die Tabelle, der BHC taumelt auf Platz acht. Die Pokal-Karten aber sind offen, und Scholtes‘ Rückkehr könnte die Kipp-Momente liefern, die zwischen Viertel- und Halbfinale entscheiden. „Wenn das alles so weiterläuft, ist das durchaus realistisch“, sagt er – und meint sich selbst, den Gegner, das ganze Turnier.
Die Rechnung ist simpel: vier Wochen bis Final4, drei Wochen bis Mannschaftstraining, zwei Wochen bis erste Kontakt-Drills. Scholtes kennt die Zahlen, er kennt seine Schmerzen, er kennt den Druck. Er wird nicht fragen, ob es reicht. Er wird laufen – und zwar genau dann, wenn der Countdown null steht.
