Elfmeter-debakel in bern: var-fehler oder schiedsrichter-pech?
Die Young Boys haben zwar gegen St. Gallen einen Sieg errungen, doch der schmeckt bitter nach. Ein umstrittener Elfmeter, der durch ein vermeintliches Handspiel von Gregory Wüthrich geahndet wurde, sorgt für hitzige Diskussionen und wirft Fragen nach der Arbeit des VAR auf. War es ein Fehler des Schiedsrichters oder ein Versagen des Video-Assistenten?
Die strittige szene im detail
In der zweiten Halbzeit prallte ein Schuss von Vogt auf Wüthrichs Arm im Strafraum. Schiedsrichter Urs Schnyder zögerte nicht lange und zeigte auf den Punkt. Eine Entscheidung, die von vielen Fans und Experten auf der Tribüne nicht nachvollziehbar war. Denn wie der Blick-Schiedsrichterexperte Urs Meier ausführte, sei die Wahrnehmung aus der Dynamik heraus zwar nachvollziehbar, fachlich jedoch kaum haltbar. Wüthrich befand sich in sehr geringer Distanz zum Torschützen und es lag weder eine Absicht noch eine unnatürliche Körpervergrößerung vor. Das Leder traf ihn zuerst auf die Brust und erst von dort auf den Arm – ein Detail, das bei der Beurteilung entscheidend ist.

Var im visier der kritik
Besonders der VAR steht nun im Fokus. Meier kritisiert, dass der Video-Assistent nicht eingegriffen hat, obwohl die Situation eindeutig prüfenswert war. “In dem Fall müsste der VAR sagen: ‚Du, er ist zuerst an der Brust und dann am Arm, schau dir das noch einmal an‘“, so der Experte. Hätte Schnyder die Bilder am Monitor erneut gesichtet, wäre er wohl zu einem anderen Urteil gekommen und hätte den Elfmeter zurückgenommen. Es ist ein klassischer Fall von “Hätte, wäre, wenn”, der die Funktionsweise des VAR in Frage stellt.

Schnyder trägt verantwortung, trotz fehlentscheid
Trotz der deutlichen Kritik am Ergebnis des Entscheids verteidigt Meier den Schiedsrichter auf dem Feld. Schnyder sei bekannt für seine schnelle Entscheidungsfindung, eine Qualität, die er als “sensationell” bezeichnet. Doch selbst die schnellsten Reflexe können einen Fehler nicht verhindern, wenn die Grundlage dafür falsch ist. Die Tatsache, dass der FC St. Gallen durch einen fehlerhaften Pfiff benachteiligt wurde, ist unbestreitbar.
Die “Geheimwaffe” beim Elfmeterschiessen der FCSG reist nun mit einem bitteren Nachgeschmack nach Yverdon. Ein Sieg, der zwar auf der Habenseite steht, aber mit einem unguten Gefühl verbunden ist. Die Diskussion um den Elfmeter wird die Gemüter noch lange anhalten und die Frage aufwerfen, wie die Technologie VAR in Zukunft eingesetzt werden sollte, um Fehlentscheidungen zu minimieren und die Fairness im Spiel zu gewährleisten.