Elche cf: ein fußballwunder mit dem kleinsten etat spaniens?

Im Abstiegskampf der spanischen Primera División spielt der Elche CF eine bemerkenswerte Rolle. Mit Abstand dem kleinsten Gehaltsbudget der Liga trotzt der Verein dem Abstieg, während er gleichzeitig einen Rekordgewinn in Aussicht hat – eine Kombination, die im spanischen Fußball ihresgleichen sucht.

Die finanzierung des kampfes gegen den abstieg

Für die Saison 2025/26 plant der Elche CF einen Gewinn von beeindruckenden 17,9 Millionen Euro. Dieser Wert resultiert maßgeblich aus dem Aufstieg in die LaLiga EA Sports und dem damit verbundenen Anstieg der Fernsehgelder. Allein aus den Rundfunkrechten werden voraussichtlich 58,3 Millionen Euro erwartet – ein Siebenfach-Anstieg gegenüber der vorherigen Saison in der LaLiga Hypermotion. Der Verkauf des Talents Rodrigo Mendoza an Atlético Madrid dürfte diesen Wert zusätzlich beflügeln.

Doch wie ist dieser finanzielle Erfolg angesichts des geringen Budgets möglich? Ein wesentlicher Faktor ist die Steigerung der Einnahmen aus dem Matchday-Geschäft. Der Verein zählt auf einen Zuwachs von 8,4 Millionen Euro, wovon die Hälfte aus Dauerkartenverkäufen (4,8 Millionen Euro) stammt – ein neuer Rekord für den Verein. Die Nutzung des Estadio Martínez Valero mit seinen 31.388 Sitzplätzen, eines der wenigen Stadien in der Liga in Vereinsbesitz, trägt ebenfalls zur Einnahmesteigerung bei.

Auch das Sponsoring hat einen deutlichen Schub erhalten. Neben dem Hauptsponsor VegaFibra und dem Ausrüster Nike konnte der Elche CF mit Kosner und Next Energía 21 zwei weitere namhafte Marken für sich gewinnen. Der Merchandising-Bereich, insbesondere der Verkauf von Trikots, soll in dieser Saison einen zusätzlichen Millionenertrag generieren.

Die geheime waffe: transfererlöse

Die geheime waffe: transfererlöse

Ein weiterer Eckpfeiler der finanziellen Stabilität des Elche CF sind die Einnahmen aus Spielertransfers. Zwischen 2012 und 2019 konnte der Verein bereits 5 Millionen Euro durch Verkäufe generieren. Seit dem Übernahme durch den argentinischen Agenten Christian Bragarnik haben sich diese Einnahmen jedoch dramatisch erhöht und liegen im Zeitraum von 2020 bis 2025 bereits bei 41 Millionen Euro. Der jüngste Verkauf von Rodrigo Mendoza an Atlético Madrid dürfte diesen Wert auf über 60 Millionen Euro in dieser Saison treiben.

Bemerkenswert ist das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben. Mit einem geplanten Gehaltsbudget von 25,5 Millionen Euro weist der Elche CF das niedrigste Gehaltsniveau der gesamten Primera División auf. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht: Während die durchschnittlichen Ausgaben der Vereine ohne Real Madrid, FC Barcelona und Atlético Madrid bei 71,3 Millionen Euro lagen, setzt der Elche CF auf eine sparsame Strategie.

Die vergangene Saison endete mit einem Verlust von 7,1 Millionen Euro, verursacht durch den fehlenden Abstiegshilfegelder, Aufstiegsprämien und Investitionen in den Kader. Doch der erwartete Gewinn in der aktuellen Saison wird diese Verluste mehr als kompensieren und den Weg für eine solide finanzielle Zukunft ebnen. Die Nettoverschuldung konnte bereits um 35 Prozent auf 13,3 Millionen Euro gesenkt werden. Mit den Mitteln aus dem CVC-Fonds könnten zudem Investitionen in eine neue Sportanlage und eine Modernisierung des Estadio Martínez Valero realisiert werden.

Die Geschichte des Elche CF ist ein Beweis dafür, dass mit cleverer Finanzplanung, einem starken Teamgeist und dem Mut, gegen den Strom zu schwimmen, auch mit bescheidenen Mitteln Großes erreicht werden kann. Es bleibt abzuwarten, ob der Verein sein Wunder vollbringen und den Klassenerhalt in der Primera División feiern kann.