El aynaoui: vom tennisplatz zum marokkanischen schlüsselspieler

Marruekos, das Land der Überraschungen, hat auf dem Weg zu einer historischen WM-Teilnahme bereits viele Talente hervorgebracht. Doch einer sticht besonders hervor: Neil El Aynaoui, ein Name, der in den letzten Spielen immer häufiger auftaucht und dessen Leistungen nun weltweit Beachtung finden. Er ist nicht nur ein Spieler, sondern eine Geschichte – ein Spiegelbild der marokkanischen Diaspora und ein Beweis dafür, dass Leidenschaft und Talent keine Grenzen kennen.

Der sohn des tennisstars findet seine wahre berufung im fußball

Der sohn des tennisstars findet seine wahre berufung im fußball

Der 24-jährige Mittelfeldspieler, dessen Vater Younes El Aynaoui einst als bester marokkanischer Tennisspieler des Landes galt, hätte eigentlich in dessen Fußstapfen treten sollen. Bis zum Alter von zehn bis elf Jahren verbrachte er fast ausschließlich Zeit auf dem Tennisplatz. Doch ein Umzug nach Barcelona sollte sein Leben verändern. Der Ball wich der Rakete, und El Aynaoui fand seine wahre Berufung im Fußball. Sein Vater träumt angeblich davon, ihn eines Tages im Trikot des FC Barcelona zu sehen – ein Wunsch, der mit seinen aktuellen Leistungen sicherlich nicht unerfüllbar scheint.

Seine Karriere begann in Nancy, wo er nach dem Abstieg in die Drittklassigkeit für weniger als eine Million Euro verpflichtet wurde. Nur zwei Jahre später transferierte ihn die Roma für unglaubliche 23,5 Millionen Euro – die sechstteuerste Verpflichtung in der Geschichte des Vereins. Eine Summe, die seine rasante Entwicklung widerspiegelt und aufzeigt, wie sehr er in Europa gefrag ist.

Ein Aufstieg in der Nationalmannschaft

Seine erste Einladung zur marokkanischen Nationalmannschaft erfolgte erst kurz nach seinem Wechsel zur Roma, nachdem er bereits im September 2023 sein Debüt im U23-Team gegeben hatte. „Es ist ein großer Stolz“, sagte sein Vater. „Es war seine Entscheidung, denn ich bin Marokkaner und seine Mutter Französin. Aber von Anfang an war klar, wo er spielen möchte.“

Obwohl er in Rom unter Trainer Gasperini noch keine Stammelf-Platzgarantie hat, entfaltet El Aynaoui im Trikot Marrokos ein beeindruckendes Spiel. Er verdrängte bereits Amrabat im defensiven Mittelfeld und etablierte sich bei der Afrikameisterschaft als einer der prägendsten Spieler des Turniers. Und auch bei der WM zeigt er eine beeindruckende Reife und Konstanz.

Bei der Partie gegen die Niederlande bewies er, dass er nicht nur ein Ballverteiler ist. Mit 156 Ballkontakten, einer Passquote von 97 Prozent und sechs gewonnenen Balleroberungen war er der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. 15 Duelle ging er an, 53 Mal führte er das Spiel voran. Sein fehlbarer Elfmeter im Elfmeterschießen trübt dieses Bild nur marginal – ein kleiner Stolperstein auf dem Weg zu einem historischen Erfolg.

„Diese Nacht feiern wir, denn ein Sieg in der K.O.-Runde einer WM kommt nicht alle Tage vor“, jubelte er erleichtert nach dem Spiel. Marokko trifft nun auf Kanada, und die Aufgabe, die Leistung von Katar zu wiederholen, wird sicherlich alles andere als einfach sein. El Aynaoui selbst betont, dass man von Spiel zu Spiel schauen werde, denn „jeder Gegner wird schwieriger sein als der vorherige.“

In Rom mag er noch nicht zum „Kaiser“ aufgestiegen sein, aber in Marokko hat er sich bereits zum „General“ im Mittelfeld entwickelt. Und wer weiß, vielleicht ist dies ja erst der Anfang einer großen Karriere – einer Geschichte, die zeigt, dass Leidenschaft, Talent und der Glaube an sich selbst Berge versetzen können.