Ekitiké bricht im champions-league-krimi weg – wm-traum zerplatzt in 30 minuten

Der Anfield-Traum ist zerstört, der französische Sturm ist gebrochen: Hugo Ekitiké sackte nach einer harmlosen Drehung ohne Gegnerkontakt auf dem Rasen von Paris zusammen, schrie, schlug mit der Faust auf den Platz – und war Sekunden später Geschichte. Liverpool verlor 0:2, flog mit 0:4 aus der Champions League, doch die Zahlen verblassen gegen das Bild des 23-Jährigen, der mit Tränen in den Augen auf der Trage verschwand.

Arne slot liefert vernichtende einschätzung ab

„Ich habe es gesehen, bevor er fiel. Der Fuß blieb hängen, der Körper drehte sich weiter – das Knacken war selbst auf dem Spielfeldrand zu hören“, sagte der Reds-Coach nach der Partie. Der Verdacht: Achillessehnenriss, mindestens ein Teilabriss. Canal+ meldet, die Se sei „nicht komplett durch“, doch die Saison sei „ohnehin vorbei“. Für Ekitiké, erst im Sommer für 35 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt geholt, bedeutet das den vorläufigen Karriere-Stopp – und das Aus für die WM in den USA, Mexiko und Kanada.

Die Zahlen sind gnadenhaft: 17 Tore in 45 Pflichtspielen, elf davon in der Premier League, dazu drei Vorlagen in der Königsklasse. Ein Lauf, der Jürgen Klopp einst als „next big thing“ pries, endet am 15. April auf dem kalten Rasen des Parc des Princes. „Ich habe mit ihm gesprochen, als wir ihn runterbrachten. Er fragte nur: ‚Ist es schlimm?‘ Ich konnte nicht antworten“, sagte Physiotherapeut Lee Nobes.

Die königsklasse spuckt liverpool erneut aus

Die königsklasse spuckt liverpool erneut aus

Mit Ekitiké verabschiedet sich auch die offensive Dreierkette, die Slot nach der Winterpause zusammenschweißen wollte. Isak–Ekitiké–Wirtz: 88 Minuten gemeinsame Spielzeit, plus 27 in Paris. „Ich werde nicht mehr viel davon sehen in dieser Saison“, sagte der Niederländer mit tonloser Stimme. Dabei hatte der Plan gerade Fahrt aufgenommen: Liverpool holte aus den letzten fünf Ligaspielen 13 Punkte, Ekitiké traf dreimal. Nun rückt Diogo Jota zurück ins Zentrum, ein Spieler, dessen Knie schon zweimal operiert wurde und der selbst nur 67 Minuten ausfällt, bevor ihn der nächste Muskelfaserriss stoppt.

Die Kabine ist am Boden. Ibrahima Konaté, selbst WM-Finalist 2022, brach das Schweigen nur mit wenigen Worten: „Ich habe Tränen in seinen Augen gesehen. Wir reden hier von einem Jungen, der in den Banlieues aufgewachsen ist und sich die WM als Kind auf die Wand geklebt hat. Jetzt ist sie weg. Kein Wort kann das auffangen.“

Der Terminkalender lacht nicht. Premier League-Spieltagsrhythmus alle drei Tage, Pokalhalbfinale gegen Manchester City, dann die Qualifikation für die Europa League – ohne ihren Top-Stürmer. Sportdirektor Jörg Schmadtke muss nun in 72 Stunden entscheiden, ob er im Sommer erneut 100 Millionen Euro in einen neuen Angreifer steckt oder auf den Genesungsprozess von Ekitiké wartet. Der Franzose selbst wird am Mittwochvormittag in der Londoner Princess-Grace-Klinik operiert. Die Prognose: sechs Monate Pause, vielleicht acht. Die WM beginnt am 11. Juni.

Liverpool verlässt Paris mit leeren Händen und einem leeren Blick. Die Champions-League-Trophäe bleibt ein Traum. Für Hugo Ekitiké ist im Moment nur ein Wort wichtig: revenir. Zurückkommen. Ob es klappt, entscheidet sich in den nächsten Stunden auf dem OP-Tisch.