Eiskunstlauf-legende sonja henie: mehr als nur gold und glamour

Vor 114 Jahren erblickte die Welt eine Athletin, deren Name untrennbar mit dem Eiskunstlauf verbunden ist: Sonja Henie. Ihre Erfolge sind legendär, ihr Einfluss auf den Sport immens. Doch hinter dem Glanz von Olympia-Gold und Hollywood-Karriere verbarg sich eine komplexe Persönlichkeit und ein Leben voller Kontroversen, die bis heute nachwirken.

Die tochter eines bahnrad-weltmeisters

Wilhelm Henie, der Vater der späteren Eiskunstlauf-Diva, war kein Unbekannter im Sport. Als mehrfacher Bahnrad-Weltmeister und Eisschnellläufer legte er den Grundstein für seine Tochter, indem er sie früh in die Welt des Eises einführte. Bereits als Elfjährige wagte Sonja Henie 1924 ihr Debüt bei den Olympischen Spielen in Chamonix – ein Wettkampf, der ihr noch zu früh kam. Ein Sturz und der despektierliche Spitzname „Fräulein Hoppla“ sollten ihr den Start erschweren, doch die junge Norwegerin ließ sich nicht entmutigen.

Von nazi-huldigungen und einer karriere in hollywood

Von nazi-huldigungen und einer karriere in hollywood

Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Zehn Weltmeistertitel und drei Olympiasiege in Folge machten Sonja Henie zur unangefochtenen Königin des Eiskunstlaufs. Ein dunkles Kapitel ihrer Karriere ist die Annäherung an das NS-Regime. Die Olympia-Triumphe in Garmisch-Partenkirchen 1936, inmitten der nationalsozialistischen Propaganda, wurden ihr von Adolf Hitler höchstpersönlich zuteil. Einladung zum Essen auf dem Berghof, ein Foto mit Autogramm – Henies Nähe zum Regime stieß in ihrem Heimatland auf heftige Kritik.

Doch Henie wusste ihre Chancen zu nutzen. Nur wenige Monate nach dem Olympiasieg wechselte sie nach Hollywood und unterschrieb einen lukrativen Vertrag bei 20th Century Fox. Mit einem Vertrag, der ihr bereits in ihrem ersten Film den eigenen Namen im Titel garantierte und eine Gage von 125.000 Dollar einbrachte, wurde sie über Nacht zu einer der bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt. Ihre Eisrevue-Filme erfreuten sich großer Beliebtheit und machten sie zu einem internationalen Star.

Ein leben zwischen ruhm, liebe und kontroversen

Ein leben zwischen ruhm, liebe und kontroversen

Der Erfolg in Hollywood brachte nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, sondern auch zahlreiche Schlagzeilen um ihr Liebesleben. Affären mit Joe Louis, Tyrone Power und Van Johnson sorgten für Klatsch und Tratsch. Nach ihrem Tod im Jahr 1969 sorgte ihre Biografie für Aufsehen, in der sie als geld- und sexbesessen dargestellt wurde. Ansgar Molzberger beschrieb in einem Porträt Henies im Deutschlandfunk treffend: