Eishockey-wm: glaube zerbricht – deutschland scheitert!
Schluss mit den Hoffnungen, Schluss mit den Märchen. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in Zürich die Segel streichen müssen. Ein frühes Aus, das bittere Fragen aufwirft und die Zukunft des DEB-Teams in ungewisser Lage lässt.
Die enttäuschung ist perfekt
Nach drei Spielen, die mehr als nur Zweifel aufkommen ließen, ist der Traum vom Viertelfinaleinzug geplatzt. Das Team von Bundestrainer Harry Kreis wirkte von Anfang an verunsichert, technisch limitiert und taktisch ungeschickt. Die frühen Niederlagen gegen Finnland und die Schweiz waren schon Warnzeichen, doch das bittere 0:2 gegen Lettland besiegelte das Schicksal.
Was ist passiert? Die Antwort liegt auf der Hand: Der Glaube an die eigene Stärke fehlte. Stattdessen regierte die Hoffnung – eine trügerische Währung im Profisport. Wie Benjamin Franklin so treffend feststellte, stirbt man an der Enttäuschung, wenn man von der Hoffnung lebt. Und genau das ist Deutschland widerfahren.

Kreativität gegen kampf – ein fataler gegensatz
Die Mannschaft präsentierte sich als ein Haufen kämpfender, aber unkreativer Spieler. Der einst so gefürchtete deutsche Powerplay-Sturm wirkte harmlos, die Defensive war alles andere als sattelfest. Einzelne Glanzmomente konnten die kollektive Schwäche nicht kaschieren. Es war ein Kampf statt ein Spiel, ein ständiges Hinterherlaufen, das die Zuschauer verstörte und die Spieler demoralisierte.
Bundestrainer Kreis hatte sich nach der enttäuschenden Olympia-Teilnahme um eine neue Struktur bemüht. Er wollte die Defensive stabilisieren und die Leichtigkeit im Spiel zurückgewinnen. Doch seine Bemühungen blieben wirkungslos. Der Sportvorstand Christian Künast hatte bereits vor dem Turnier klargestellt, dass Deutschland keine Top-6-Nation sei. Eine ehrliche Einschätzung, die jedoch nicht den fehlenden Glauben an die eigenen Fähigkeiten wettmachen konnte.

Ein abstieg ins mittelmaß
Die Nationalmannschaft, die nach dem Silber von 2018 zu einem sportlichen Aushängeschild geworden war, hat sich in den letzten Monaten unaufhaltsam dem grauen Mittelmaß zugewandt. Die Entscheidung, den langjährigen Kapitän Moritz Müller in den Hintergrund zu stellen, um den NHL-Stars mehr Raum zu geben, erwies sich als fataler Fehler. Müller verkörperte jahrelang den Glauben an die deutsche Eishockey-Macht. Sein Weggang hinterließ eine tiefe Lücke.
Die Verärgerung bei den Spielern der DEL ist groß. Sie fühlen sich von der Nationalmannschaft degradiert. Auch einige NHL-Stars haben sich mit dem Deutschen Eishockeybund zerstritten, was die Situation weiter verkompliziert. Die WM im eigenen Land im kommenden Jahr steht vor der Tür, doch die Zeichen stehen schlecht. Wird der DEB den Mut zu einem radikalen Neustart haben?
Die Wahrheit ist: Der Glaube ist gebrochen. Die Hoffnung schwindet. Und Deutschland steht vor einer ungewissen Zukunft im Eishockey.
