Nagelsmann vor wm: drei offene fragen vor dem trainingsstart!
Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Nordamerika beginnt für Julian Nagelsmann und das deutsche Nationalteam am Mittwoch. Doch bevor die Reiseziele USA, Mexiko und Kanada im Fokus stehen, muss der Bundestrainer noch einige wichtige Entscheidungen treffen. Eurosport.de beleuchtet drei Baustellen, die in Herzogenaurach dringend angegangen werden müssen.
Die rechtsverteidigerfrage: kimmich als notlösung?
Die Kaderbekanntgabe vergangene Woche sorgte für Aufsehen, insbesondere durch das Video, in dem Joshua Kimmich seine Bedeutung für die Mannschaft unterstrich. Der Kapitän wird bei der WM die Fackel tragen, doch seine Position als Rechtsverteidiger wirft Fragen auf. Während Kimmich beim FC Bayern im defensiven Mittelfeld brilliert, sieht Nagelsmann ihn hinten rechts benötigt. Das desaströse Länderspiel gegen die Slowakei im September 2025 (0:2) verdeutlichte die Problematik. Namdi Collins scheiterte, und auch die Dreierkette brachte keine nachhaltige Lösung. Nun ist Kimmich zurück auf dieser Position, eine Rolle, die er offensichtlich nicht bevorzugt. Uli Hoeneß äußerte bereits Bedenken, dass Kimmich auf dieser Position nicht sein volles Potenzial entfalten könne. Das Dilemma: Nagelsmann hat niemanden im Kader, der Kimmich ernsthaft Konkurrenz machen könnte.

Jamal musiala: kann der superstar seine form finden?
Über Jamal Musiala wird viel gesprochen, allerdings selten in der Art und Weise, die dem jungen Star wohlgesonnen ist. Sein Wachsbild in Berlin sorgte für Schlagzeilen, ebenso wie der Autounfall im April. Doch das eigentliche Problem liegt auf dem Platz. Nagelsmann bezeichnete Musiala zwar als einen der „außergewöhnlichsten Spieler, die dieser Planet hat“, doch seine Leistungen, insbesondere im DFB-Pokalfinale, ließen zu wünschen übrig. Seit seinem Unterschenkelbruch im Sommer 2025 kämpft er mit seiner Form. Der Bundestrainer zeigt sich optimistisch, betont aber auch, dass Musiala noch nicht zu dem Spieler geworden ist, der er sein könnte. Die Frage ist, ob er bis zur WM seine Bestform wiederfindet – ein entscheidender Faktor für den deutschen Erfolg.

Wer stürmt für deutschland? havertz im ungewissen, undav im fokus
Auch in der Sturmfrage gibt es noch Klärungsbedarf. Kai Havertz, der lange mit Verletzungen zu kämpfen hatte, wird die Vorbereitung verpassen, da er mit Arsenal das Champions-League-Finale bestreitet. Seine aktuelle Form ist schwer einzuschätzen. Im Testspiel gegen Ghana setzte Nagelsmann auf Havertz als rechten Flügelspieler und Nick Woltemade im Sturmzentrum. Woltemade spielte eine durchwachsene Saison in England, während Deniz Undav in der Bundesliga mit 19 Toren als zweitbester Torschütze brillierte. Nagelsmann kritisiert Undav jedoch immer wieder. Maximilian Beier von Borussia Dortmund wird eher als Backup mitfahren. Die Entscheidung, wer im Sturmzentrum für Deutschland spielen wird, ist noch offen und könnte das Turnier maßgeblich beeinflussen.
Julian Nagelsmann steht vor einer Mammutaufgabe. Die kommenden Tage werden zeigen, ob er die offenen Fragen lösen und eine schlagkräftige Mannschaft für die WM formen kann. Die Zeit drängt, und die Erwartungen sind hoch.
