Eishockey-skandal: nationalspieler wehren sich gegen nada-vorwürfe!

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steckt in der Krise. Fünf Spieler stehen im Visier des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) wegen Verstößen gegen die Meldeauflagen der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA). Eine Situation, die für den Sport wie ein schlechter Traum wirkt und Fragen nach der Sorgfaltspflicht im Profibereich aufwirft.

Kreutzer: „das lasse ich mir nicht gefallen!“

Besonders deutlich äußert sich Daniel Kreutzer, Stürmer der DEG Metro Stars, über die drohenden Konsequenzen. Mit der erwarteten Härte eines Profis erklärt er: „Sollte ich gesperrt werden, werde ich dagegen vorgehen.“ Kreutzer sieht im Vorfall lediglich einen „Formfehler“ und betont, dass er und sein Teamkollege Robert Dietrich (der aktuell bei den Nashville Predators unter Vertrag steht) lediglich die Meldung für Juli vergessen hätten, August und September anzuklicken. Ein Versehen, das nun offenbar gravierende Folgen haben könnte.

Die beiden Spieler haben mittlerweile ihre Fehler korrigiert. Doch der Schaden scheint angerichtet. Neben Kreutzer und Dietrich laufen gegen drei weitere Spieler der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) Verfahren. Kreutzer zeigt sich da unbeeindruckt: „Das ist lächerlich, denn noch läuft der Juli ja!“ Seine Reaktion unterstreicht die Frustration, die in der Hockey-Szene herrscht.

Schindler sieht „gewisse sorglosigkeit“

Schindler sieht „gewisse sorglosigkeit“

Der Anti-Doping-Beauftragte des DEB, Eckard Schindler, sieht die Sache jedoch differenzierter. Er spricht von einer „gewissen Sorglosigkeit“ im Umgang mit den Regularien und kündigte für diese Woche unterschiedliche Sanktionen für die betroffenen Spieler an – von einer öffentlichen Verwarnung bis hin zu einer Sperre. Schindler argumentiert, dass die Spieler heutzutage mit modernen Technologien bestens vertraut seien. „Die Spieler kennen sich mittlerweile mit Playstation, Internet und Computern bestens aus. Da ist das doch ein Klacks.“ Eine Aussage, die in Anbetracht der Situation geradezu ironisch wirkt.

Doch die Situation wird durch den Fall Florian Busch komplizierter, dessen verweigerte Doping-Kontrolle nicht bestraft wurde. Kreutzer ist überzeugt: „Wenn der Fall Busch nicht gewesen wäre, wäre es gar nicht so weit gekommen.“ Er prangert zudem fehlende Schulungsmaßnahmen des Verbandes an: „Dafür, dass das Meldesystem mittlerweile so wichtig ist, sollten die Leute auch geschult werden.“ Schindler räumt ein, dass der Verband hier in der Pflicht sei, eine lückenlose Schulung der Spieler anzubieten.

Die Causa wirft ein Schlaglicht auf die Disziplin im deutschen Eishockey und die Notwendigkeit, die Einhaltung der Anti-Doping-Regeln konsequent zu überwachen. Es bleibt abzuwarten, welche Strafen die Spieler letztendlich verhängt bekommen und wie dieser Skandal die Zukunft des deutschen Eishockeys beeinflussen wird.