Eishockey-nachwuchs: wer setzt wirklich auf junge talente?

Die National League präsentiert ein überraschend heterogenes Bild, wenn es um die Integration junger Eishockeyspieler geht. Während einige Klubs bereits auf die nächste Generation setzen und deren Potenzial fördern, verharren andere in alten Mustern. Eine Analyse der durchschnittlichen Eiszeiten von U20-Spielern der letzten fünf Spielzeiten offenbart deutliche Unterschiede und wirft Fragen nach der langfristigen Entwicklung des Schweizer Eishockeys auf.

Lugano am unteren ende: ein generationswechsel bleibt aus

Der HC Lugano bildet mit durchschnittlich nur 24:02 Minuten Eiszeit pro Saison für U20-Spieler das Schlusslicht. Obwohl Cyrill Henry in dieser Saison mit 18 Jahren bereits 18 Einsätze sammelte, reicht das nicht aus, um das Gesamtbild aufzuhellen. Die Bianconeri setzen schlichtweg wenig auf junge Kräfte, was möglicherweise mit dem starken Farmteam Bellinzona Snakes zusammenhängt, das viele Talente abfängt. Doch die Frage bleibt, ob man so wirklich den eigenen Nachwuchs fördern kann.

Rapperswil und ajoie im mittelfeld: potenziale ungenutzt?

Rapperswil und ajoie im mittelfeld: potenziale ungenutzt?

Auch der SC Rapperswil-Jona Lakers (26:03 Minuten) und der HC Ajoie (32:37 Minuten) hinken hinterher. Bei den Lakers wird oft auf ältere Spieler gesetzt, die noch weiterentwickelt werden müssen, während Ajoie schlichtweg nicht über die gleichen Nachwuchsressourcen wie andere Teams verfügt. Die Jurassier verzichten seit einiger Zeit auf den Einsatz von U20-Spielern, was ihre Position in der Tabelle weiter nach unten zieht.

Ambri-piotta und genf: licht und schatten der nachwuchsförderung

Ambri-piotta und genf: licht und schatten der nachwuchsförderung

Der HC Ambri-Piotta (182:27 Minuten) profitiert von einer starken Saison 2023/24, in der junge Spieler mehr Eiszeit erhielten. Genève-Servette HC (207:06 Minuten) setzt zwar in dieser Saison häufiger auf U20-Spieler, doch der Fokus liegt stark auf Simas Ignatavicius, einem Litauer, dessen Sprung in die NHL durchaus möglich erscheint. Ob der talentierte Stürmer auch in der kommenden Saison für die Grenats aufläuft, bleibt abzuwarten.

Die spitze: zug und biel – vorbilder der nachwuchsarbeit

Die spitze: zug und biel – vorbilder der nachwuchsarbeit

Am anderen Ende des Spektrums stehen der EV Zug (764:51 Minuten) und der EHC Biel-Bienne (602:32 Minuten). Die Zuger investieren konsequent in junge Talente und integrieren sie nahtlos in die erste Mannschaft. Gian Menzi und Co. profitieren von einem erfahrenen Kader und können sich so entwickeln. In Biel, wo Niklas Blessing fast 670 Minuten Eiszeit erhielt, ist die Jugendarbeit längst zur Visitenkarte des Klubs geworden. Jonah Neuenschwander, der jüngste Spieler der Liga, könnte in Zukunft noch eine größere Rolle spielen.

Das Fazit: Die Entwicklung des Schweizer Eishockeys hängt maßgeblich von der Förderung junger Talente ab. Während einige Klubs dies bereits erfolgreich umsetzen, müssen andere nachziehen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wer auf junge Spieler setzt, wer sich die Zukunft sichert.