Eishockey-nachwuchs: wer setzt wirklich auf junge talente?
Die National League präsentiert ein gemischtes Bild, wenn es um die Förderung junger Eishockeyspieler geht. Während einige Klubs auf die Jugend setzen und ihr Potenzial entfalten lassen, scheinen andere den Fokus auf erfahrene Kräfte zu legen. Eine Analyse der durchschnittlichen Eiszeiten der U20-Spieler der letzten fünf Spielzeiten offenbart erstaunliche Unterschiede.
Die top-teams: zug und biel investieren in die zukunft
An der Spitze dieser Rangliste steht der EV Zug. Mit 764:51 Minuten durchschnittlicher Eiszeit für U20-Spieler in der letzten Saison demonstrieren die Zuger ihren klaren Anspruch, junge Talente zu integrieren. Gian Menzi ist nur einer der jungen Spieler, die in Zug regelmäßig Einsatzzeit erhalten. Doch auch der EHC Biel-Bienne überzeugt mit 602:32 Minuten und zeigt, dass gezielte Förderung langfristig zum Erfolg führen kann. Niklas Blessing, mit fast 670 Minuten, ist hier der Maßstab.

Die hinteren reihen: lugano und rapperswil hinter der konkurrenz
Am anderen Ende der Skala finden sich der HC Lugano und der SC Rapperswil-Jona Lakers wieder. Lugano kommt lediglich auf 24:02 Minuten durchschnittliche Eiszeit für U20-Spieler pro Saison. Cyrill Henry, der 18-jährige, brachte hier etwas Licht ins Dunkel. Die Tessiner setzen offenbar verstärkt auf die Jugend des Farmteams Bellinzona Snakes. Rapperswil-Jona liegt mit 26:03 Minuten kaum besser aufgestellt. Hier scheint die Entwicklung junger Spieler zweitrangig zu sein, obwohl gelegentlich Spieler, die ein paar Jahre älter sind, in den Kader aufgenommen werden.

Ein blick auf die mittelfeld-klubs: ambri, ajoie und fribourg
Zwischen diesen Extremen bewegen sich Klubs wie HC Ambri-Piotta, HC Ajoie und HC Fribourg-Gottéron. Ambri profitiert noch von der starken Saison 2023/24, in der die relevanten Spieler insgesamt 830 Minuten Eiszeit erhielten. Ajoie verzichtet aktuell auf U20-Spieler, was auf das Fehlen eigener Nachwuchsteams zurückzuführen ist. Fribourg zeigt hingegen einen deutlichen Trend: Die Drachen setzen vermehrt auf junge Spieler, was sich in ihrem Playoff-Halbfinal zeigt. Die Entscheidung, Ludvig Johnson fast 550 Minuten Eiszeit zu geben, zahlte sich aus.

Die lions, die tigers und die eagles: ein breites mittelfeld
Die ZSC Lions, die SCL Tigers und der EHC Kloten bilden ein breites Mittelfeld. Bei den Lions sind die U20-Spieler primär bei den GCK Lions aktiv, erhalten aber auch im Profibereich Chancen. Kloten, einst bekannt für seine starke Nachwuchsarbeit, hat nach dem Aufstieg die Einsatzzeiten für junge Spieler reduziert – was sich sportlich nicht auszahlt. Die Tigers betreiben intensive Nachwuchsarbeit, was sich in regelmäßigen Sprüngen in die erste Mannschaft niederschlägt.
Die Erkenntnis ist klar: Während einige Klubs die Zukunft des Eishockeys aktiv gestalten, verpassen andere eine wichtige Chance. Die Investition in junge Talente ist nicht nur eine Frage der sportlichen Nachhaltigkeit, sondern auch ein Zeichen für die Innovationskraft und den Mut eines Vereins.
