Eintracht hildesheim stemmt sich mit leipzig-transfer aus der krise
Ben Kremen wechselt zum HC Eintracht Hildesheim. Der 24-jährige Rückraumspieler liefert sich am Samstag in Leipzig noch ein Schlagabtausch mit seinem künftigen Arbeitgeber – in 48 Stunden unterschreibt er den Vertrag, der ihn mindestens zwei Jahre an die Innerste bindet.
Die Personalplanung von Daniel Deutsch geriet nach sieben Abgängen ins Schleudern. Mit Kremen steht nun der dritte Neuzugang für den Rückraum fest, nachdem bereits Thorge Lutze und Luca Hopfmomann zugesagt hatten. Deutsch schickt eine klare Botschaft: Wir bauen nicht nur auf, wir rüsten neu auf.
Deutsch sieht in kremen „schweizer taschenmesser“ fürs mittelfeld
Der sportliche Leiter lobt vor allem die Vielseitigkeit des Leipzigers. Kremen kann links wie rechts in der Abwehr wirbeln, im Angriff wechselt er nahtlos zwischen Halblinks und Halbrechts. Eine Eigenschaft, die in der 3. Liga Nord-Ost Gold wert ist, wo Trainer oft mit zwölf, dreizehn Feldspielern planen müssen.
Die Ablöse bleibt ungenannt, doch Insider wissen: Eintracht zahlte eine niedrige fünfstellige Summe. Das Geld stammt aus der Transferkasse, die durch den Verkauf von Maximilian Böhm nach Hamburg aufgefüllt wurde. Ein Deal, der Deutsch Spielraum gibt.
Am Sonnabend wird Kremen erstmals im Trikot der Hildesheimer mitwirken – allerdings nur mental. Er sitzt auf der Tribüne, beobachtet seine künftigen Mitspieler und nimmt sich Notizen. Ab 1. Juli zieht er in die Kabine neben Petar Juric um.

Weitere transfers stehen kurz vor dem abschluss
Deutsch kündigt an, in den nächsten Wochen weitere Namen zu nennen. Die Priorität liegt auf dem linken Rückraum, wo mit Marcel Kalinowski ein weiterer Bundesligaerfahrener im Visier liegt. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren, ein Entscheid fällt vor dem Trainingsauftakt am 15. Juli.
Die Fans reagieren erleichtert. Nach der Horror-Saison mit nur sieben Siegen und dem Abstiegsgurgeln ist die Moral auf dem Tiefpunkt. Die ersten Dauerkarten für die neue Spielzeit sind bereits über 30 Prozent der Vorsaison-Zahlen – ein Indiz dafür, dass das Vertrauen langsam zurückkehrt.
Kremen selbst brennt darauf, sich zu beweisen. In Leipzig kam er nur auf 178 Minuten Einsatzzeit, bei Eintracht soll er sofort erste Wahl sein. Seine Zahlen: 3,2 Tore pro Spiel in der vergangenen Regionalliga-Saison, 67 Prozent Trefferquote aus dem Rückraum. Solche Werte braucht Hildesheim, wenn es wieder nach oben gehen soll.
Die Konkurrenz schläft nicht. Der SC Magdeburg II verpflichtete ebenfalls drei Neue, der HV Gräfenholz rüstet mit einem Finnen auf. Doch Deutsch bleibt cool: „Wir haben keinen Euro verschenkt, jeder Transfer passt ins Budget und ins Profil.“
Mit Kremen als Puzzle-Teil nummer drei ist das Bild noch lange nicht komplett. Doch die Richtung ist klar: weg vom Feuerwehr-Handball, hin zu einer jungen, hungrigen Truppe, die den Gegner mit Tempo und Druck überrennen will. Die nächsten Wochen zeigen, ob der Plan aufgeht. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.
