Eintracht hagen trennt sich von alves – lemgo-talent puls rückt nach

Fünf Jahre nach seiner Ankunft in Ostwestfalen verabschiedet sich Andre Alves zurück in seine portugiesische Heimat. Der Linkshänder löft seinen bis 2027 laufenden Vertrag beim VfL Eintracht Hagen vorzeitig auf – und hinterlässt eine Lücke auf der rechten Außenbahn, die ein 21-Jähriger aus dem Nachwuchs von Handball-Lemgo schließen soll.

Familie geht vor – auch, wenn der sport leidet

„Unser Sohn ist hier geboren, er ist ein waschechter Hagener“, sagt Alves, „aber jetzt startet eine neue Episode.“ Der 31-Jährige wird bis zum letzten Pfiff Saisonende alles für den Klub geben, verspricht er. Geschäftsführer Sebastian Schneider nimmts gelassen: „Die Familie steht über allem, das respektieren wir, auch wenn es sportlich ein Verlust ist.“

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In dieser Spielzeit erzielte Alves 72 Treffer, lag damit nur knapp hinter Kreisläufer Timo Kastening. Ohne seine Erfahrung droht auf der Außenbahn ein Erfahrungsloch.

Frederik puls bekommt den vollgas-auftrag

Frederik puls bekommt den vollgas-auftrag

Schon lange stand Frederik Puls auf Hagens Wunschzettel. Beim Probetraining überzeugte der Flügelspieler vom Drittliga-Team HandbALL Lippe II mit Tempo und Treffsicherheit – ein Zweijahresvertrag bis 2028 unterschrieben. „Er verkörpert genau den Typ, den wir suchen“, sagt Schneider, „er wird mit Pierre Busch richtig Gas geben auf der rechten Seite.“

Puls kam als C-Jugendlicher von der HSG EGB Bielefeld nach Lemgo, durchlief alle Nachwuchsstufen. In der Regionalliga West warf er in dieser Saison 91 Tore – mehr als jeder andere Flügelspieler der Liga.

Für Eintracht-Trainer Martin Schwalb beginnt jetzt die Feinarbeit. Er muss einen neuen Rhythmus finden, ohne Alves‘ unberechenbare Sprünfe und seine 1,96-Meter-Spanne. Dafür bekommt er einen Angreifer, der in der 3. Liga gelernt hat, sich gegen körperbetonte Abwehrreihen durchzusetzen.

Die Entscheidung ist gefallen: Hagen verliert Erfahrung, gewinnt Potenzial. Ob sich das Blatt zum Besseren wendet, zeigt sich spätestens, wenn die Anwurfzeiten der neuen Saison ticken.