Eintracht frankfurt stolpert sich selbst in die leere
Null Tore, null Idee, null Hoffnung. Die Eintracht, frisch getrimmt auf Verteidigung, verlässt Hamburg mit einem 0:0, das sich anfühlt wie eine Niederlage. Zwischen den Pfosten steht Aurele Amenda, 18, und rettet, was nicht mehr zu retten ist. Vorne schwebt der Ball wie ein Luftikus – ohne Adresse, ohne Biss.
Rieras zauberstab bleibt stockend
Albert Riera hatte versprochen, die Mannschaft „wieder lesbar“ zu machen. Lesbar ist sie mittlerweile, allerdings als langweiliges Lehrbuch. Die Statistik: vier Schüsse aufs Tor, 0,8 xG, 62 Prozent Ballbesitz ohne Tempo. Jonathan Burkardt läuft sich in den Hamburger Abwehrketten fest, Jean-Matteo Bahoya taumelt zwischen den Linien, und Nathaniel Brown, einst Hoffnungsträger, wird ausgewechselt, bevor er sich warmgelaufen hat. Die einzige Konstante: Ritsu Doan sitzt auf der Bank und twittert lieber über japanische Manga als über Bundesliga-Fußball.
Die Tabelle lügt nicht. Platz sieben, sieben Punkte Rückstand auf Bayer Leverkusen, sieben Spieltage bis zur Winterpause. Die Europa League entfernt sich mit jedem Pfiff, der durch das Millerntor zieht. Die Fans singen noch, aber die Stimmen kratzen. „Wir brauchen keinen neuen Trainer, wir brauchen einen neuen Film“, sagt eine mit Kapuze und Bierdose. Die Kamera des FUSSBALL2000-Podcasts fängt ihre Enttäuschung ein, 4K-Qualität, 0-Prozent-Freude.

Der rest der saison wird ein kampf gegen den eigenen ruf
Heidenheim, Mainz, Köln – keine Favoriten, aber alle hungrig. Für Frankfurt wird das kein Spaziergang, sondern ein Spagat zwischen Ergebnissicherheit und Offensivwagnis. Die Wahrheit: Riera braucht Zeit, die Tabelle aber wartet nicht. Wer sich selbst blockiert, landet irgendwann im Niemandsland zwischen Europa und Abstiegszone. Und dort riecht es nach vergessenen Trikots und leeren Kassen.
Die Saison ist erst zu zwei Dritteln gelaufen, fühlt sich aber schon wie ein Ringen mit offenem Ende an. Amenda wird noch viele Bälke wegpicken, Burkardt noch viele Läufe starten, Bahoya noch viele Dribblings riskieren. Ob es reicht? Fraglich. Bis dahin bleibt den Anhängern nur eins: kalte Hände in die Tascchen stecken und weiter summen – vielleicht erwischt ja der nächste Schuss das Netz. Die Wahrscheinlichkeit sinkt mit jedem Spiel, das so verläuft wie dieses 0:0 in Hamburg. Frankfurt tritt auf der Stelle – und die Konkurrenz sprintet davon.
