Ein tor reicht: wolfsburg schickt eintracht-frauen vor leeren rängen nach hause
Svenja Huth traf. Laura Freigang nicht. Das war’s, das war alles. Mit 0:1 verabschiedet sich Eintracht Frankfurt aus dem DFB-Pokal, und die Saison verliert über Nacht eine Farbe. Die Mannschaft von Niko Arnautis spielte 45 Minuten lang, als wäre das Halbfinale schon gebucht – dann schlich sich eine Sekunde Unkonzentriation in den Strafraum, und Elisa Senß’ Rettungsversuch landete genau auf Huths Spann.
Die szene, die alles entschied
35. Minute: Linksaußen Endemann legt quer, Senß will klären, trifft den Ball halb, Lührßen bekommt noch die Sohle dazwischen – Abfälser, 1:0. Torhüterin Altenburg ist noch im Sprung, sieht aber nur den Einschlag im Netz. Ein Schauern, kein Knall. Die Auestädterin hatte in der Vorbereitung noch von „zwei Titeln“ gesprochen; jetzt steht sie auf der Bank, die Hände in den Jackentaschen, und muss einpacken.
Der Rest ist Beton. Wolfsburg zieht die Linien zusammen, schiebt die Mittelblock-Kette ein Stück tiefer und lässt Frankfurt laufen – viel Laufen. 61 % Ballbesitz in Hälfte zwei, 14 Torschüsse, keine zählbare Großchance. Freigang köpft neben den Pfosten (61.), Anyomi scheitert an Johannes (78.), Reuteler setzt einen Drop-Kick ans Außennetz (84.). Die Wölfe wehren alles ab wie eine Mannschaft, die weiß, dass ein Tor reicht, wenn man keine kassiert.

Der europacup bleibt – aber der schmerz auch
Kleiner Trost: Am 25. März geht’s nach Göteborg, Häcken wartet im Halbfinale der UEFA-Women’s-Champions-League-Quali. Doch der Pokal war das schnellere Ziel, der Pokal war das Heimspiel in der Commerzbank-Arena, der Pokal war das Versprechen an die 4.000 Mitglieder, die seit Wochen Karten reservieren wollten. Jetzt heißt es Warten auf 2027.
Die Zahlen sind gnadenlos: Frankfurt war das bessere Team für 44 Minuten, hatte 1,7 xG gegen 0,9 – und verlor trotzdem. Weil ein einziger Fehler reicht, wenn der Gegner VfL Wolfsburg heißt. Weil Tore eben Tore sind, und Chancen nur Chancen bleiben, wenn man sie nicht versenkt. Die Saison ist nicht vorbei, aber ein Stück Leuchtkraft ist abgeschaltet. Und das Licht kommt erst wieder an, wenn in Schweden ein Netz zappelt – und diesmal hinten nichts mehr passiert.
