Eibar spielt sich mit 24 punkten aus 11 spielen in den aufstiegs-traum

Elf Spieltage, eine Niederlage, 24 von 33 Punkten: SD Eibar hat die Zweite Liga in der Rückserie komplett umgeschrieben. Das Team von Beñat San José ist seit Wochen die beste Mannschaft der Staffel – und jetzt ist der Sprung in die Playoffs keine Utopie mehr, sondern ein Fakt.

Defensiv-sicherheit war früher fremdwort, heute ist sie trumpf

Früher ging es bei den Basken nur nach vorne, Ballbesitz bis zur Ekstase. Doch San José lehrte seine Profis, dass ein Schritt zurück manchmal drei Punkte nach vorn bedeutet. Das tiefe 4-4-2, lange ein Greuel für die Anhängerschaft, ist zum Erfolgsrezept geworden. Beleg: In fünf der letzten sieben Siege stand die Null. Die Siege in Butarque und Andorra waren keine Ausrutscher, sondern Lehrstücke in Geduld.

Die Wende schmeckt besonders bitter für Gegner, die Eibar früher in der Schlussphase noch aushebeln konnten. San José installierte eine Art „Sperrstunde“ vor dem eigenen Strafraum: Linien eng, Zweikampfquote oben, Konterimpuls unten. Ergebnis: Die Mannschaft kassierte in der Rückrunde nur vier Gegentore – kein Klub im oberen Tabellendrittel kommt auch nur annähernd an diese Quote heran.

Martón und guruzeta verwandeln tempo in tore

Martón und guruzeta verwandeln tempo in tore

Die neue Giftigkeit hat Namen. Stürmer Jon Bautista fehlt verletzt, doch Asier Martón und Ander Guruzeta füllen das Vakuum mit Sprintstärke und kalter Abteilung. Gegen Las Palmas erzielte Eibar drei Treffer, obwohl das Team nur 33 Pässe im letzten Drittel absolvierte – Minimum in dieser Spieltag. Effizienz statt Ballbesitz-Fetischismus. Die beiden Angreifer laufen nicht nur in Lücken, sie eröffnen sie mit diagonalen Läufen, bevor sie sich in die Kanäle stürzen.

San José nennt das „transitiver Fußball“: Umschalten zwischen Kontrolle und Konter binnen zwei, drei Aktionen. Die Spieler sprechen lieber von „Reise-Fußball“ – je länger der Gegner den Ball trägt, desto größer die Räume hinter seiner Abwehrkette. Die Zahlen bestätigen den Spaßfaktor: Nach Ballgewinn braucht Eibar durchschnittlich 5,8 Sekunden bis zum Abschluss, Spitzenwert der Liga.

Die restlichen zehn Partien sind keine Endspiele mehr, sie sind Einladungen. Am Donnerstag gastiert die Mannschaft in Anoeta, wo Real Sociedad B auf Beton steht und auf Sprungkraft setzt. Eibar reist mit dem Selbstverständnis eines Aufsteigers – und mit der Coolness eines Klubs, der gelernt hat, dass Träume keine Privileg der Großen sind. Die Tabelle lügt nicht: Wer so eine Rückrunde spielt, hat das Promotionsrecht mehr als verdient.