Eberl jagte nagelsmann mit comic-strips – und bayern landete kompany

Max Eberl tickte nicht mehr. Tagelang wartete der Sportvorstand des FC Bayern, dass Julian Nagelsmann Ja sagte – und schickte dem Berater des Nationaltrainers heimlich Tom-und-Jerry-GIFs, in denen eine Cartoonfigur ungeduldig im Kreis lief. Das verriet Volker Struth nun im Podcast „Phrasenmäher“ und lüftet damit die letzte Nebendrohung des Münchner Trainerpokers vom Frühjahr 2024.

Die whatsapp-attacke, die niemand mitbekam

Im Geheimen hatte Eberl Nagelsmann als Tuchel-Nachfolger einkalkuliert. Der Vertrag des Europameisters lief, die Rückkehr schien logisch. Doch Nagelsmann zögerte. „Max schickte mir morgens, mittags, abends animierte Comics“, sagt Struth. „Jemand dreht sich im Bürostuhl, starrt zur Decke – so fühlte er sich.“ Der Vorstand wollte Antwort, der Bundestrainer nahm sich Bedenkzeit. Am Ende sagte er Nein, verlängerte beim DFB bis 2026. Die Machtprobe ging verloren.

Die Folge: Bayern rutschte in der Prioritätenliste nach unten, die sportliche Führung um Eberl musste planlos improvisieren. Nach Absagen bei Xabi Alonso und Ralf Rangnick fiel die Wahl auf Vincent Kompany – einen Coach, der in der Premier League abgestiegen war und in München prompt die Tabellenführung übernahm. Die ironische Pointe: Kompays Erfolgsbilanz macht Nagelsmanns Absage für viele Fans heute zur Nebensache.

Warum nagelsmann trotzdem nicht endgültig weg ist

Warum nagelsmann trotzdem nicht endgültig weg ist

Struth hält die Hintertür offen. „Julian fühlt sich beim DFB wohl, aber ausschließen tue ich nichts“, sagt er. Die Aussage klingt wie ein Standard-Satz – ist es nicht. Nagelsmanns Klausel erlaubt einen Wechsel zur WM 2026, und Bayerns Vorstandsebene ist für Neuverhandlungen offen. Die Frage lautet nicht mehr, ob der Klub jemals zurückkehren will, sondern wann die nächste Cartoon-Message im Handy eines Beraters erscheint.

Bis dahen bleibt die Lektion: Selbst der größte Rekordmeister muss manchmal erkennen, dass Geduld keine Schwäche, sondern eine Transferstrategie ist. Und dass ein Tom-und-Jerry-GIF noch keinen Trainer verpflichtet.