Eberl erfindet müller neu: pavlovic als nächste bayern-ikone
Max Eberl hat einen neuen Lieblingstypus geschaffen: Müller 2.0. Der Vorstand lobt Aleksandar Pavlovic schon jetzt wie eine lebende Legende – und das, obwohl der 21-Jährige gerade mal eine Saison richtig durchgespielt hat.
Der weg vom zweifelkind zum systemspieler
Pavlovic war nie der Sonnyboy, nie der YouTube-Trickser. In der Jugend galt er als solide, nicht als spektakulär. Dann kam Thomas Tuchel, schaute kurz, stellte um – und seitdem läuft Bayern München über Pavlovics linke Fußsohle. 33 Pflichtspiele in dieser Saison. Drei Treffer, eine Vorlage. Zahlen, die erst mal nach Mittelmaß klingen, bis man sieht, wie er Kimmichs Spiel verteilt, wie er Gegenpressing steuert, wie er die halbe Gegenseite in Schach hält.
Eberl schwärmt: „Er lernt von Leon Goretzka, marschiert, beißt sich rein.“ Das klingt nach Fitness-Studio-Slogan, ist aber Code für: Er verschlingt Meter, ohne Taktik zu vergessen. Genau das war Müllers Geheimnis – nur dass der aus dem Oberbayern kam und Pavlovic aus München-Nord. Beide hatten dieselbe Schule, dieselben Zweifel, dieselbe Geduld.

Nagelsmann sieht stabilität, nicht glamour
Julian Nagelsmann braucht keine TikTok-Helden. Er braucht Pavlo, der „immer den gleichen Stiefel“ trägt. Gemeint: keine 9/10-Spiele, sondern 7,5/10, aber jeden zweiten Tag. In einer Nationalelf, in der Musiala und Wirtz für das Feuerwerk sorgen, ist Konstante der neue Luxus. Pavlovic liefert sie – und darf deshalb schon mit Flick und Andrich konkurrieren.
Vertrag bis 2029. Keine Ausstiegsklausel. Das ist bewusst, das ist Bayern pur. Man bindet, bevor die Premier League anruft. Denn wenn der nächste englische Sportdirektor auflegt und 70 Millionen bietet, soll Pavlovic schon unsichtbar sein – fest verankert in der eigenen DNA.
Die Ironie: Müller musste erst nach Kanada auswandern, damit Platz wird für seinen digitalen Zwilling. Pavlovic wird nicht fliegen. Er bleibt, marschiert, lernt. Und irgendwann steht er im Stadion, Arm in Arm mit Kimmich, und hört das Grollen: „Müller, Müller“ – nur dass dann sein Name gemeint ist.
