Dzeko sprintet wieder: schalke kann vorzeitig aufsteigen, doch paderborn will die sensation

Edin Dzeko jagt den Ball, Schalke jagt die Bundesliga. Am Sonntag (13.30 Uhr) droht dem SC Paderborn die Machtdemonstration: ein Auswärtssieg der Königsblauen würde die Meisterschaft in der 2. Liga praktisch einzementieren – neun Punkte Vorsprung bei nur noch drei Spieltagen.

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Die Schulter schmerzt nicht mehr, der Blick ist wieder scharf. Der 40-jährige Bosnier absolvierte am Freitag das erste Mannschaftstraining nach seiner vierwöchigen Zwangspause. Mit der Gruppe warmgemacht, dann individuelle Ballarbeit – so sieht der erste Schritt aus. „Er wird Stück für Stück reingeführt“, sagt Trainer Miron Muslic. Gegen Paderborn ist kein Einsatz geplant, das Heimspiel gegen Düsseldorf gilt als realistischer Termin. Die Tatsache, dass Schalke zuletzt dreimal ohne ihn gewann, entlastet den Plan.

Die Zahlen sprechen für den Tabellenführer: 67 Tore, 21 Spiele ungeschlagen, 13 Siege in Serie. Der Aufstieg ist längst keine Frage mehr, sondern ein Wann. Dennoch: Selbstbewusstsein hin oder her, die Aufgabe in Ostwestfalen ist brisant.

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Sechs Siege, vier Remis – seit Februar kassierte der SC keine Pleite mehr. Felix Götze und Co. glauben fest an die Sensation. Geschäftsführer Sebastian Lange redet die eigene Truppe hoch: „Wir sind auf Augenhöhe. Im Hinspiel haben wir 2:2 bewiesen, dass wir mitspielen können.“ Für die Ostwestfalen geht es ums Prestige, für Schalke um die Vorentscheidung.

Die Rechnung ist simpel: Elversberg (in Darmstadt) und Hannover (in Karlsruhe) verlieren, Schalke gewinnt – dann winkt die Champagnerdusche schon vor dem letzten Heimspiel. Die Wahrscheinlichkeit steigt, je näher der Samstag rückt. Doch Muslic warnt vor Euphorie: „Wir haben nichts geschenkt bekommen in dieser Saison. Jetzt ist der Moment, wo Konzentrung zählt.“

Der Verein spürt den Druck nicht nur sportlich. Am Mittwoch präsentierte der Klub einen neuen Hauptsponsor, die Kasse klingelt. Die Symbiose aus wirtschaftlicher Planung und sportlichem Erfolg ist längst Realität in Gelsenkirchen.

Die Sonne scheint über dem Revier – im wahrsten Sinne des Wortes. 23 Grad Celsius werden für Sonntag prognostiziert, ein Fußballsommer vorverlegt. Die Fans buchen die letzten verfügbaren Plätze im Gästeblock, die Polizei bereitet sich auf 5.000 mitreisende Schalker vor. Die Stadt Paderborn wird zur Arena der Entscheidung.

Am Bosporus kennt man Dzeko als Legende, am Benteler-Arena wird er nur Zuschauer sein. Aber selbst von der Bank aus kann er der Mannschaft den nötigen Punch verpassen. Die Frage ist nicht mehr, ob Schalke aufsteigt – sondern wann. Die Antwort folgt am Sonntag, 13.30 Uhr. Danach könnte die 2. Liga endgültig Geschichte sein für die Königsblauen.