Dzeko schockt schalke: tor, rot, kollaps – 2:2 gegen hannover verspielt

Edin Dzeko traf, flog und musste hilflos mitansehen, wie Schalke 04 ausgerechnet in seiner Unterzahl die Tabellenführung verspielte. Das 2:2 gegen Hannover 96 im Aufstiegs-Endspurt fühlt sich an wie eine Niederlage – und das, obwohl die Königsblauen nach 38 Minuten noch 2:0 führten und die Konkurrenz patzte.

Dzekos doppelsekunde: tor und platzverweis

Der Bosnier erzielte sein sechstes Saisontor im achten Spiel, ließ sich aber vom VAR nach 65 Minuten für ein Hochbein gegen Husseyn Chakroun abführen. Die Szene war unabsichtlich, das Regelwerk gnadenlos. Mit zehn Mann brach Schalkes Spiel in sich zusammen. Loris Karius hielt zwar noch den Strafstoß von Enzo Leopold (81.), doch Maik Nawrocki (82.) und Benedikt Pichler (90.+8) stürzten die Arena ins Kollektiv-Blackout.

Die Zahlen sind hart: Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Platz drei, aber die Partie am Samstag in Darmstadt wird ohne Dzeko ausgetragen. Die 61.600 in der ausverkauften Arena erlebten eine Achterbahn, die am Ende mit offenen Mündern endete. Kenan Karamans Kopfballtor zum 2:0 war noch ein Ausrufezeichen, dann kam der Knick – und die Lautstärke brach ein, als hätte jemand den Strom abgestellt.

Muslics faust wird zur riesenbeule

Muslics faust wird zur riesenbeule

Trainer Miron Muslic ballte nach dem 1:0 noch die Faust, nach dem 2:0 schon beide. Die dritte Geste blieb ihm im zweiten Durchgang erspart, stattdessen schlug er die Hände vors Gesicht, als Nawrocki einköpfte. Die Flanke, die Karius unterschätzte, war die letzte Szene des Dramas: Pichler stieg höher, der Ball zappelte im Netz, die Uhr zeigte 90.+8 – Schalke hatte sich selbst geschlagen.

Die Konkurrenz lachte: Darmstadt kam in Magdeburg nicht über 1:1 hinaus, Paderborn verspielte in Bielefeld ebenfalls zwei Tore, Elversberg ging in Fürth unter. Doch statt auf sechs Punkte zu erhöhen, verschenkte Schalke zwei – und verschenkte das Momentum. Die Tabellenführung ist Makulatur, wenn der Topscorer fehlt und die Defensive in der Nachspielzeit einknickt.

In der Kabine herrschte Funkstille. Dzeko, der wegen Rückenproblemen erst spät freigegeben worden war, saß mit rot-weißem Kapuzenpulli da und starrte auf den Boden. Die Mannschaft wird ihn am Samstag brauchen – aber sie wird ihn nicht haben. Die Bundesliga rückt näher, doch der Aufstiegssprint beginnt mit einem Schnupfen. Und der nächste Gegner wartet bereits mit einem Grinsen.