Dzeko schießt schalke auf bundesliga-kurs – 40. geburtstag mit tor nr. 5

Der Mann, der eigentlich schon lange im Ruhestand sein dürfte, macht die 2. Liga weiter nass. Edin Dzeko, 39 Jahre und elf Tage vor Vierzig, schoss Schalke 04 am Freitagabend mit einem Kopfball aus vier Metern zum 1:0 gegen Arminia Bielefeld – und damit zurück auf Platz eins.

Dzekos tor reicht – aber nur, weil der videoschiedsrichter eingriff

Dzekos tor reicht – aber nur, weil der videoschiedsrichter eingriff

Die Szene des Abends war eigentlich keine Torjubel, sondern ein Protest. Joel Grodowski ballte die Faust, sprintete Richtung Gästefans, rief das 1:1 herbei. Doch die Fahne hob sich, der Blick des VAR-Monitors blinkte, die Linie zog sich wie eine Rasierklinge durch die Arena. Abseids. Millimeterentscheidung. Schalke atmete, Bielefeld erlahmte.

Was danach passierte, war ein klassisches Schalke-Kapitel dieser Saison: Druck, aber keine Vollendung. Kenan Karaman traf die Latte (67.), Timo Becker scheiterte an Kersken (61.), und zwischen diesen beiden Chancen war Dzeko selbst noch einmal da, um den Ball aus fünf Metern über den Kasten zu jagen. Die Königsblauen spielen momentan wie ein Boxer, der die rechte Faust immer wieder anhebt, aber den K.o.-Haken verpasst.

Die Zahl, die am Ende zählt, lautet 27:27 – Tordifferenz nach 25 Spieltagen. Kein Spitzenreits hat in dieser Saison eine so dünne Plusmarke. Das sagt alles über die Liga und über Schalke. Es reicht, aber es glänzt nicht. Die Heimserie von neun Partien ohne Niederlage ist das echte Kapital. Die Fans singen „Wir sind wieder wer“, während die Defensive um Kevin Müller, der erneut für den verletzten Loris Karius stand, jeden zweiten Ball klärt, als ginge es ums nackte Überleben.

Bielefeld dagegen rutscht auf Rang 15. Die Arminia kassierte die dritte Niederlage in Folge, und Trainer Daniel Scherning hatte nach dem Spiel nur eine Erklärung: „Wir haben zu viel Respekt vor dem Namen Schalke gehabt.“ Das klingt nach einem Satz, den man in der 2. Liga nie hören will.

Für Dzeko ist es bereits das fünfte Tor im siebten Spiel – plus drei Assists. Die Ablöse? Null Euro. Die Wirkung? Unbezahlbar. Sein Vertrag läuft bis 2025, mit Option auf ein weiteres Jahr. Die Frage ist nicht, ob er noch einmal in der Bundesliga trifft, sondern wie lange sein Körper mitmacht. Nach dem Abpfiff ging er direkt in den Mixed-Zone-Kanal, ohne zu lächeln. „Ich bin nicht hier, um zu feiern“, sagte er nur. „Ich bin hier, um aufzusteigen.“

Am Sonntag schauen die Konkurrenten St. Pauli und Hamburg noch nach. Schalke hat die Initiative wieder. Die Tabellenführung ist kein Garant mehr für den Aufstieg – sieben Spieltage sind noch zu spielen –, aber sie ist ein Statement. Und ein Signal an die Bundesliga: Der alte Hase mit der neuen Nummer 9 kommt. Ob sie bereit ist oder nicht.