Dzeko lässt italien zittern: feld schlecht? die azzurri kennen das aus der serie a
Edin Dzeko lacht, aber es ist das Lachen eines Mannes, der morgen ein ganzes Land entzaubern kann. In Sarajewo, 24 Stunden vor dem WM-Krimi gegen Italien, versetzt der bosnische Kapitän die Gäste aus der Serie A mit jedem Satz in Alarmbereitschaft.
„Das Feld wird schlecht sein? In Italien sind sie das gewöhnt, manche Plätze dort sind nicht besser“, sagt der 40-Jährige und spielt damit auf die berüchtigten Rasenflächen von Bari oder Crotone an. Die Botschaft: Keine Ausreden. Keine Gnade.
Barbarez kündigt den bus an, falls bosnien trifft
Nationaltrainer Sergej Barbarez legt nach. „Wir schießen ein Tor und stellen den Bus vor den Kasten“, wirft er in den Raum, halb Scherz, halb Kampfansage. Gemeint ist Italien, vierfacher Weltmeister, seit zwei Turnieren außerhalb des WM-Zirkus. Für die Squadra Azzurra ist das Spiel ein Ultimatum, für Bosnien eine Chance auf die Sensation.
Dzeko, neun Jahre in Rom, Mailand und Florenzen zuhause, kennt die Schwächen der Gegner. „Gattuso und ich haben uns in Mailand umarmt. Morgen knallt’s. Die Italiener haben keine Totti oder Del Piero mehr, sie haben Qualität, aber eben andere.“ Er spricht von fehlender Intensität, von einem italienischen Fußball, der sich selbst verloren hat. Und er weiß, dass die eigene Fanschar im Grbavica-Stadion jeden Zweikampf zum Krieg werden lässt.
Die Stimmung kocht. Tickets weg, Stadt in Schwarz-Gold getaucht. Dzeko nimmt sich noch ein Foto mit ein paar italienischen Reportern, wie um sich daran zu erinnern, dass er einst einer von ihnen war. Jetzt ist er ihr Alptraum.

Gras mit leopardenflecken – kein luxusteppich, sondern galgen
Der Rasen ist tatsächlich kein grüner Teppich. Mancher Quadratmeter erinnert an ein Streifenbild, als hätte der Winter vergessen, die Konturen zu ahnen. Die FIFA prüft, der Verband verspricht Nachbesserung – bis morgen Mittag. Dzeko zuckt mit den Schultern: „Wir spielen auf dem, was da ist. Und wenn sie Angst vor Wales hatten, können sie hier erst recht zittern.“
Die Statistik spricht für Italien, die Psycho-Analyse nicht. Seit dem verpassten WM-Ticket 2018 klebt die Aura des Stolzes nur noch lose. Roberto Mancini ist weg, Gattuso übernahm, schaffte die Befreiung nicht. Jetzt droht das dritte Debakel in Folge. Die Presse in Mailand spricht vom „Spiel der Wahrheit“, in Rom vom „Endspiel der Schande“.
Barbarez gibt sich unbeeindruckt. Er studierte Gattusos Aufstellungen, entdeckte Muster, ließ seine Spieler im Trainingslager Pokerturniere bestreiten – um Nervenkitzel zu simulieren. „Wir sind bereit. Und wenn wir vorne landen, drehen wir den Rückwärtsgang ein.“
Mit diesen Worten endet die Pressekonferenz. Dzeko steht auf, verlässt den Saal, die Schritte hallen durch den leeren Korridor. Hinter ihm bleibt ein Geräusch: das Klicken der Kameras, das einzige, was Italiens Verteidiger morgen noch hören wollen – bevor das Stadion explodiert.
