Dzeko fliegt zum 40er: sperre trifft schalke mitten im titelkampf

Edin Dzeko durfte seinen runden Geburtstag nicht feiern – er musste ihn ausbaden. Das DFB-Sportgericht sperrte den bosnischen Stürmerstar von Schalke 04 für zwei Pflichtspiele, nachdem er am Sonntag gegen Hannover 96 mit Rot vom Platz gestellt worden war. Der Zeitpunkt ist brutal: Der Tabellenführer der 2. Bundesliga verliert seine Anführerperson im Aufstiegsendspiel am Samstag (20.30 Uhr) bei Darmstadt 98 und am Ostersonntag gegen den Karlsruher SC.

Die szene, die alles auslöste

In der 52. Minute leitete Dzeko mit dem Außenrist einen hohen Ball aus dem Halbfeld weiter, Husseyn Chakroun stürzte, Schiedsrichter Robin Braun zückt sofort Rot. Muslic tobte: „Kein Fingerspitzengefühl“, sagte er bei Sky, „der Ball war weg, Dzeko schaut zum Mitspieler.“ Sportdirektor Youri Mulder kündigte umgehend Einspruch an – vergeblich. Die Bilder zeigen einen unbeabsichtigten Kontakt, kein Bein hoch, kein Ellbogen, aber die Tatsache: Schalke verliert seinen Torschützenkönig in der heißesten Phase.

Ohne ihn kippte die Partie. Bei 2:0 sah alles nach dem dritten Auswärtssieg in Folge aus, doch Hannover kam zurück, Schalke verspielte in der Nachspielzeit zwei Punkte. Die Lücke zu Darmstadt schrumpft auf drei Zähler. Die Konkurrenz kann morgen vorbeiziehen.

Was die statistik verschweigt

Was die statistik verschweigt

Dzeko erzielte in den letzten sieben Spielen sechs Tore, bereitete drei vor – direkt beteiligt an 64 Prozent aller Schalker Treffer in diesem Zeitraum. Ohne ihn schoss die Mannschaft in den beiden Testspielen der Winterpause kein einziges Tor. Die Analysten von Opta attestieren ihm zudem die höchste Ballsicherheit aller Stürmer der Liga (87 % angekommene Pässe im letzten Drittel). Seine Ausfallzeit fällt mit 180 Minuten exakt in die Woche, in der Schalke die Aufstiegsplätze verteidigen muss.

Die Kabine reagierte mit betonter Gelassenheit. Kapitän Simon Terodde twitterte ein Foto von sich und Dzeko mit dem Kommentar „40 Jahre jung – wir holen dir die Punkte, Bruder!“. Doch hinter den Kulissen arbeitet der Verein an Alternativen: Youngster Moussa Sylla soll gegen Darmstadt von Anfang an durchstarten, daneben prüft Muslic ein 4-2-3-1 mit zwei hängenden Spitzen. Die Frage ist, ob die Lösungen reichen, wenn der Gegner weiß, dass der Kopfballgarant fehlt.

Der nächste Gegner nutzt die Situation sofort. Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht ließ auf der Pressekonferenz durchblicken, man werde die Räume hinter der letzten Schalker Kette noch weiter aufziehen. Die Wettanbieter korrigierten ihre Aufstiegsquoten über Nacht: Schalkes Chance auf Platz eins fiel von 62 auf 47 Prozent. Ein einzelnes Foul, eine einzelne Karte – und die Meisterschaft bekommt einen neuen Favoriten.