Dzeko fällt - schalke droht der aufstiegs-kollaps

Ein Sturz in letzter Sekunde, ein Klick im Schultergelenk – und plötzlich steht Schalke 04 ohne seinen Kapitän da. Edin Dzeko, 40, fiel in der Verlängerung des WM-Playoffs gegen Italien unglücklich auf die rechte Schulter. Die Folge: Sein Arm baumelt in der Schlinge, der Klub baumelt in der Tabelle.

Das wunder von zenica wird teuer

Bosnien jubelt, der Spieler feiert mit provisorischem Tape bis drei Uhr morgens im Krankenhaussviertel – doch die Diagnose kommt später. „Keine Operation nötig“, sagt Dzeko, aber der Zusatz klingt wie ein Drohszenario: „Ich hoffe auf einen Monat.“ Eine Ewigkeit, wenn sieben Spiele in 49 Tagen über Saisonende und Aufstieg entscheiden.

Miron Muslic versucht, die Wogen zu glätten. „Er ist ein Krieger“, sagt der Trainer, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Ohne Dzeko erzielte Schalke in dieser Saison nur 0,9 Tore pro Spiel, mit ihm 1,8. Der Unterschied zwischen Relegation und direktem Wiederaufstieg.

Die nächsten Gegner lesen sich wie ein Horrorprogramm: Elversberg auf dem Betzenberg, das Münster-Duell, die Paderborn-Falle. Drei Auswärtspunkte, die Köln, Hamburg und Kiel längst eingefahren haben. Dzeko würde auch das Finale gegen Braunschweig verpassen – ein Gedankenspiel, das die Fans auf den Rängen verstummen lässt.

Die zeit läuft auch für bosnien

Die zeit läuft auch für bosnien

Während Schalke rechnet, tickt die Uhr für Toronto. Am 12. Juni startet das XXL-Turnier, Dzekos letzte große Bühne. Die Gruppe mit Kanada, Katar und der Schweiz ist lösbar – aber nur mit einem Top-Stürmer, der seine eigene Schulter nicht mal rasieren kann. Das bosnische Teammanagement blickt bereits auf Alternativen, doch der Name Dzeko steht auf dem Spielplan, nicht auf der Ersatzbank.

Back in Gelsenkirchen dreht sich alles um die Frage: Wer schießt die Tore, wenn der 40-jährige Goalgetter fehlt? Moussa Sylla ist angeschlagen, Kenan Karaman zu unkonstant. Die Lösung könnte ein Systemwechsel werden – 4-4-2 ohne klassische Neun, dafür mit gestaffeltem Angriff. Riskant, aber besser als zu warten, bis eine Schulter wieder zusammenhält.

Am Sonntag gegen Karlsruhe wird die Arena erstmals seit Wochen nicht „Dzeko!“ rufen. Stattdessen werden 60 000 Stimmen nach einem neuen Helden suchen. Die Saison ist nicht mehr in Gefahr – sie steht auf der Kippe.