Dynamo dresden bangt um ligaerhalt – kiel schon auf zweitliga-abschiedstour?
Dresden – Die Luft wird dünner an der Elbe! SG Dynamo Dresden empfängt heute Holstein Kiel zum brisanten Duell im Kampf um den Klassenerhalt. Für die Sachsen geht es um nichts weniger als die Rettung, während die Kieler bereits die Köpfe in die nächste Saison drehen.
Eine negativserie, die schmerzt
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: Seit zehn Pflichtspielen konnten die Dresdner keinen Erfolg gegen Holstein Kiel einfahren. Zwei Unentschieden und acht Niederlagen – die längste Durststrecke der Sachsen gegen ein Team seit Einführung der 3. Liga im Jahr 2009/10. Das ist eine Bürde, die das Team heute unbedingt ablegen muss.
Nur zwei Punkte trennen Dynamo vom Relegationsrang. Die Nerven liegen blank, und jeder Fehler kann den Abstiegskampf weiter verkomplizieren. Die Fans im Rudolf-Harbig-Stadion werden alles geben, um ihre Mannschaft nach vorne zu peitschen.
Holstein Kiel hingegen kann sich bereits entspannt zurücklehnen. Die Chancen auf einen Verbleib in der 2. Bundesliga sind gering, und die Mannschaft scheint den Glauben an eine Wende verloren zu haben. Doch Vorsicht: Abgeschriebene Teams können gefährlich sein.

Die zahlen lügen nicht
In den bisher neun Zweitliga-Begegnungen gegen Kiel konnte Dresden lediglich einen Punkt erkämpfen – bei einer Tordifferenz von 3:20. Neun Niederlagen in den ersten zehn Partien eines Duells? Das ist in der eingleisigen 2. Bundesliga noch keinem Team gelungen. Im Hinspiel dieser Saison setzten sich die Störche mit 2:1 durch.
Dynamo Dresden präsentierte sich in der Rückrunde überraschend stark, sammelte 25 Zähler und liegt aktuell auf Rang vier. Ein weiterer Erfolg würde die zweitbeste Rückrunde des Vereins nach 2004/05 (31 Punkte) bedeuten. Die Atmosphäre im Rudolf-Harbig-Stadion ist elektrisierend, vier Siege aus den letzten fünf Heimspielen unterstreichen den Trend. In diesem Zeitraum kassierten die Sachsen lediglich zwei Gegentore – ein Ligabestwert!
Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang ist zudem diszipliniert: Mit durchschnittlich 10,7 Fouls pro Partie begeht Dresden die wenigsten Regelverstöße der Liga und steht bei 56 Gelben Karten – ein neuer Vereinsrekord (bisher 60 in 2005/06) ist in Sicht.
Doch es gibt auch Stolpersteine: Dynamo Dresden hat in dieser Saison bereits 24 Punkte nach Führungen verspielt – Ligahöchstwert und Vereinsnegativrekord. Kiel hingegen ließ in der Rückrunde nur zwei Zähler nach Führungen liegen, konnte aber auch nur einen Punkt nach Rückstand holen – ein Tiefstwert im Unterhaus.
Alexander Bernhardsson, der Kieler Spielmacher, ist in Topform und lieferte in den letzten drei Begegnungen je einen Assist. Gelingt ihm heute erneut eine Vorlage, wäre er der erste Zweitligaspieler seit Datenerfassung 2006/07 mit zwei Serien von mindestens vier Assists in einer Saison. Die Kieler sind mit 470 Fouls (14,2 pro Spiel) und 87 Gelben Karten ligaweit führend bzw. auf dem dritten Platz.
Schiedsrichter Marc Philip Eckermann wird heute um eine schwierige Aufgabe bemessen. Das Spiel beginnt um 15:30 Uhr im Rudolf-Harbig-Stadion. Eine Übertragung im Free-TV wird es nicht geben, dafür aber bei Sky.
Die Entscheidung ist gefallen: Dresden muss heute gewinnen, um den Klassenerhalt nicht endgültig aus der Hand zu geben. Die Fans hoffen auf ein Wunder – und auf eine neue, positive Dynamik im Kampf um die Liga.
