Dubais basketball-einfluss: euroliga vor der zerreißprobe?

Die europäische Basketballszene erlebt einen Erdbeben. Der Dubais Basketball, erst 2023 aus dem Nichts entstanden, hat sich in Rekordzeit zum dominierenden Player entwickelt und stellt die etablierten Kräfte vor eine existenzielle Herausforderung. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie lange die traditionellen Schwergewichte des Kontinents dem finanziellen Druck aus den Vereinigten Arabischen Emiraten standhalten können.

Petrodollars und all-star-träume

Hinter dem fulminanten Aufstieg des Dubais Basketballs steht ein Mann: Abdulla Saeed Juma Al Naboodah, dessen Vermögen laut Forbes 2025 bei satten 1,5 Milliarden Dollar lag – und damit zu den reichsten Einwohnern Dubais zählt. Die Steuerfreiheit für Spieler und die schiere Geldmenge, die in den Verein fließt, machen den Wettbewerb für europäische Klubs nahezu unmöglich. Während spanische Teams fast doppelt so viel für ihre Kader ausgeben müssen, winkt in Dubai ein ungehindertes Gehalt.

Die Ambitionen des Klubs sind ehrgeizig. Nach dem Antreten in der Adriatischen Liga und der Eurocup in der vergangenen Saison, feierte Dubais Basketball in diesem Jahr sein Debüt in der Euroliga. Mit einem Budget von rund 18 Millionen Euro erreichte man zwar nur den elften Platz, doch für die kommende Saison ist ein deutlich höherer Betrag geplant. Das Ziel ist klar: die Final Four in Abu Dhabi und der Gewinn des Titels.

Um dieses Ziel zu erreichen, greift Dubais Basketball tief in die Tasche. Bereits jetzt sind zahlreiche Top-Spieler unter Vertrag, darunter namhafte Akteure vom AS Monaco, die aufgrund finanzieller Schwierigkeiten gezwungen waren, Leistungsträger abzugeben. Jaron Blossomgame, Elie Okobo und Alpha Diallo wechseln in die Wüste. Besonders der Transfer von Alpha Diallo, dem besten Verteidiger der Euroliga, der zuvor mit dem FC Barcelona einig war, sorgte für Aufsehen.

Auch Mamadi Diakite vom Baskonia und Davion Mintz von Wurzburg wurden verpflichtet. Die Einkaufsliste ist jedoch noch lang. Sylvain Francisco vom Zalgiris Kaunas, ein gefragter Point Guard, steht ebenfalls auf dem Zettel – ebenso wie Mario Hezonja und Guerschon Yabusele, die eine Rückkehr nach Europa in Betracht ziehen könnten. Die Kaderplanung gleicht dem Zusammensetzen eines All-Star-Teams.

Neben den bereits verpflichteten Spielern wie Davis Bertans, Dzanan Musa und Filip Petrusev, die bereits in der vergangenen Saison zu den Blauhemden stießen, sowie Justin Anderson, McKinley Wright, Aleksa Avramovic und Mfiondu Kabengele, wird erwartet, dass weitere namhafte Spieler hinzukommen.

Xavi pascual: der schlüssel zum erfolg?

Xavi pascual: der schlüssel zum erfolg?

Um dieses Staraufgebot zu einem funktionierenden Team zu formen, hat Dubais Basketball ein Auge auf Xavi Pascual geworfen, den aktuellen Trainer des FC Barcelona. Seine Ausstiegsklausel von 300.000 Euro ist für die Emirate ein Puffergeld. Nach der Entlassung von Jurica Golemac und einem einzigen Euroliga-Spiel unter Aleksander Sekulic, scheint Pascual die ideale Besetzung für das ambitionierte Projekt zu sein. Doch selbst mit einem Kader voller Stars ist der Weg zum Titel lang – eine gute Mannschaft zu formen, ist eine andere Herausforderung als eine Ansammlung von Einzelkünstlern.

Die europäischen Top-Klubs empfingen Dubais Basketball einst mit offenen Armen, angelockt von den Petrodollars. Nun haben sie einen neuen, unliebsamen Nachbarn, der ihre Position bedroht. Die kommenden Saisons werden zeigen, ob die etablierten Kräfte dem finanziellen Druck standhalten können oder ob die Ära des Dubais Basketballs bereits begonnen hat. Die Antwort liegt im Feld – und im Kontostand.