Dtb-führung sieht trotz ermittlungen keinen handlungsbedarf

Ermittlungen gegen dtb-funktionäre – keine konsequenzen im blick

Trotz der kürzlich aufgenommenen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Spitzenfunktionäre des Deutschen Turner-Bundes (DTB), darunter Präsident Alfons Hölzl und Sportvorstand Thomas Gutekunst, sieht das DTB-Präsidium derzeit keinen Anlass für personelle Konsequenzen. Dies teilte der Verband am Freitag mit. Die Ermittlungen wurden im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen am Kunst-Turn-Forum Stuttgart eingeleitet.

Externe kanzlei prüft ermittlungsakten

Externe kanzlei prüft ermittlungsakten

Der DTB hatte zuvor eine Kanzlei mit der Prüfung der Einleitungsverfügung der Staatsanwaltschaft Stuttgart beauftragt. Das Ergebnis dieser Prüfung liegt nun vor: Laut der Mitteilung des Verbandes lässt sich eine Strafbarkeit der beschuldigten DTB-Funktionäre auf Grundlage der vorliegenden Einleitungsverfügung nicht nachvollziehen.

Sachverhalts- und rechtslage als grundlage

Sachverhalts- und rechtslage als grundlage

Die Einleitungsverfügung enthält sowohl Darstellungen des von der Staatsanwaltschaft derzeit angenommenen Sachverhalts als auch dessen rechtliche Bewertung. Der DTB betont, dass ihm bislang keine weiteren aktuellen Informationen aus der Ermittlungsakte vorliegen. Die beauftragten Rechtsanwälte hätten jedoch bereits einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt.

Dtb nimmt ermittlungen sehr ernst

Der DTB unterstreicht, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart weiterhin sehr ernst zu nehmen. Der Verband möchte die Ermittlungen nach wie vor unterstützen und sich nach Akteneinsicht umfassend gegenüber der Staatsanwaltschaft äußern. Präsident Alfons Hölzl hatte sich bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Ermittlungen überrascht gezeigt.

Hölzl sieht keinen grund zum rücktritt

Hölzl erklärte, er sehe „auf Basis der mir vorliegenden Sach- und Rechtslage keinen Anlass, mein Amt als Präsident des Deutschen Turner-Bundes niederzulegen oder ruhen zu lassen“. Auch der Schwäbische Turnerbund (STB) hatte im Januar mitgeteilt, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart ausgeweitet wurden und nun auch gegen Funktionäre des STB gerichtet sind.

Hintergrund: missbrauchsvorwürfe in stuttgart und mannheim

Die Ermittlungen gehen auf Missbrauchsvorwürfe zurück, die im vergangenen Jahr von (teils) ehemaligen Athletinnen gegenüber Trainerinnen und Trainern an den Stützpunkten in Stuttgart und Mannheim erhoben wurden. Seit Monaten laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen mutmaßlicher körperlicher und seelischer Gewalt. Der Fall wirft ein dunkles Licht auf den Leistungssport in Deutschland.

Weitere schritte und ausblick

Der DTB wird nun die Akteneinsicht abwarten und seine juristische Bewertung vornehmen. Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart zutage fördern werden. Die Öffentlichkeit erwartet Transparenz und eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe. Die Sportwelt verfolgt die Entwicklung aufmerksam.