Dresden zwingt münster in die knie – ein schritt vor dem halbfinale
Die Margon-Arena bebte, die Angriffe knallten, und am Ende stand ein 3:0, das so deutlich ist wie irreführend. Der Dresdner SC hat USC Münster in Spiel eins der Play-off-Viertelfinals gedemütigt, doch die Zahlen erzählen nur die Hälfte: 28:26, 25:22, 25:19 – drei Sätze, drei Mal Nerven aus Stahl.
28:26 – Der satz, der beide seiten prägte
Münster startete wie entfesselt, legte vier Punkte vor, schien die Dresdner in Deckung zu zwingen. Doch Alexander Waibl nahm die Auszeit, schaltete auf „Turbo“ um. Emma Grome servierte eine Serie, Marta Levinska spielte wie im Rausch – 28:26, Satzball Dresden. Die Gäste taumelten, die Halle explodierte. „Danach war klar: Die haben wir mental“, sagte Levinska im Stehinterview mit MDR Aktuell.
Im zweiten Durchgang wiederholte sich das Muster: Münster kam, sah, verlor. 25:22 – dieselbe Kaltschnäuzigkeit, dieselbe Levinska, die an diesem Abend 18 Punkte sammelte und jeden wichtigen Ball traf. USC-Coach Markus Döring wechselte dreimal Position, brachte Diagonalangreiferin Lena Möllers früher, doch Dresdens Block stand wie eine Betonmauer.

18:10 – Der vorsprung, der fast verpuffte
Dritter Satz, 18:10 – eigentlich die Vorentscheidung. Aber Münster schlug zurück, verkürzte auf 21:20, und plötzlich roch es nach Verlängerung. Da trat Kapitän Anna Pogany vor, legte den Ball knapp hinter die Drei-Meter-Linie, 22:20. Beim 24:19 nahm Waibl seine letzte Auszeit, nur um den Matchball zu zelebrieren. Sekunden später: 25:19, Abpfiff, Jubel bis auf die Tribüne.
Die Bilanz: Dresden braucht nur noch einen Sieg am Mittwoch in Münster, um das Halbfinale zu erreichen. Die Statistik spricht für sie: seit 2019 verlor das Team kein einziges Play-off-Heimspiel. Die Realität: Münster wird mit dem Rücken zur Wand spielen, und der USC gilt als unberechenbar, wenn die Klinke bereits droht.
Die Elbestädterinnen haben aber mehr als Statistik. Sie haben Levinska, die mit jedem Schlag an Selbstvertrauen gewinnt. Sie haben Grome, deren Aufschlagreihen die Gegner in Panik versetzen. Und sie haben ein Publikum, das in der Margon-Arena eine zweite Blockhälfte formt. „Wir fühlen uns unbesiegbar, solange die Halle so brüllt“, sagte Waibl nach dem Abpfiff. Kein Pathos, nur Tatsache.
Die Play-offs sind kein Kindergeburtstag, sondern ein offener Schlagabtausch. Dresden hat die erste Runde gewonnen. Die zweite folgt am Mittwoch, 19 Uhr, in der Sportzentrum Halle Münster. Wer dann nicht live dabei ist, verpasst möglicherweise den Moment, in dem die Elbestädterinnen die nächste große Marke zerkratzen. Denn wenn Levinska so weitermacht, fliegt nicht nur Münster raus – dann fliegt sie direkt ins Finale.
