Dragan adzic fliegt raus: mosonmagyarovar feuert handball-legende nach debakel

Ein Schock, kein Paukenschlag. Mosonmagyarovar hat Dragan Adzic nach nur einem Jahr und zwei Klatschen gegen Esztergom (20:34, 25:36) vor die Tür gesetzt. Die Trennung erfolgt „in gegenseitigem Einvernehmen“, behauptet der Klub. Wer darf das glauben, wenn die Mannschaft in der ungarischen Liga nur Achter ist und im Viertelfinale der EHF European League demontiert wurde?

Ferenc stranigg übernimmt sofort

Der bisherige Co-Trainer Ferenc Stranigg rückt auf, kriegt die heiße Kartoffel. Er muss am Samstag im Rückspiel gegen Esztergom die Titanic wenden – ein 11-Tore-Rückstand. Danach warten am Gründonnerstag die Schlusslicht-Damen von Dunajvaros. Ein Lose-Einsatz, denn bei 20 Punkten Rückstand auf Debrecen ist die Meisterschaft längst gelaufen.

Adzic kam mit dem Auftrag, Mosonmagyarovar hinter Györ und Ferencvaros an die Spitze zu führen. Stattdessen kassierte er in 24 Pflichtspielen 14 Niederlagen. Die Statistik lügt nicht: 58 Prozent Pleite-Quote. Selbst die Quali über die Griechen von OFN Ionias war keine Glanzleistung, sondern ein Notdienst.

Der slowenische nebenjob bleibt

Der slowenische nebenjob bleibt

Paradox: Adzic behält seinen Job als Nationalcoach Sloweniens. Der Verband in Ljubljana bestätigte, dass der 56-Jährige trotz seines Rufs in Ungarn weiterhin die Auswahl betreuen darf. Dort schmiedet er Pläne für die EURO 2024, während in Mosonmagyarovar die Trümmer brennen.

Die deutsche Rückraumspielerin Laeticia Quist steht vor der Herausforderung ihres Lebens. Sie muss ohne den Star-Trainer neuen Mut schöpfen. Die Fans fragen sich: Wer will noch für diesen Klub laufen, wenn selbst ein Olympiasilber- und Champions-League-Sieger scheitert?

Adzic’ Vita liest sich wie ein Who-is-Who des europäischen Frauenhandballs. Buducnost, Podgorica, zwei Champions-League-Titel, EM-Gold mit Montenegro. Doch Legenden verblassen schnell, wenn die Gegenwart sie einholt. Mosonmagyarovar zahlt die Rechnung für ein Projekt, das nie startete.

Die EHF European League ist für den Klub jetzt ein Schaulaufen ohne Netz. Stranigg muss mit demselben Kader punkten, der zuvor kapitulierte. Die Uhr tickt. Ein Ausscheiden würde nicht nur sportlich wehtun, sondern auch die Sponsoren erschüttern. Die nächsten 14 Tage entscheiden über die Zukunft einer ganzen Franchise.

Die Message ist klar: In Ungary zählt kein Sternenstaub, nur Ergebnisse. Adzic ist gestern. Stranigg muss heute liefern. Morgen könnte schon zu spät sein.