Doorsoun reist heim: wolfsburg wartet, frankfurt will den finale-ticket-köln-hammer

Sara Doorsoun trägt diesmal Rot statt Grün, aber ihre Augen leuchten genauso wie damals, als sie vier Pokale in Wolfsburg holte. Heute will sie den fünften – und das in ihrer Heimatstadt Köln. Um 18.30 Uhr steht im AOK-Stadion das Viertelfinale gegen ihren Ex-Klub an, und die Eintracht ist heiß auf ein Torfestival, das längst Tradition hat: Die letzten sechs Duelle endeten nie mit weniger als drei Toren.

Doorsoun spielt erinnerungen herunter, motivation hoch

„Emotional macht das nicht so viel mit mir. Ich habe einfach Bock“, sagt sie mit dem Berliner Unterton, der ihren Siegeswillen untermauert. Drei Jahre nach ihrem Wechsel nach Frankfurt kehrt die 34-Jährige zurück – nicht als Sentimentalitätstouristin, sondern als Abwehrchefin, die in 2026 noch kein Spiel verloren hat. Fünf Siege, ein Remis. Die Bilanz ist Programm.

Niko Arnautis hatte erst am Dienstag seine komplette Mannschaft wieder zusammen. Länderspielpause, Reifenkreuze, Asien-Cup – das alles nagt an der Perfektion. „Eine ideale Vorbereitung sieht anders aus“, gibt er offen zu. Doch er schickt seine Spielerinnen mit einer klaren Botschaft auf den Rasen: „Wir haben in Wolfsburg schon gewonnen, wir wissen, wie’s geht.“ Gemeint ist das 3:2 im Oktober – ein Schlagabtausch, der Vorfreude erzeugt statt Angst.

Wolfsburg ohne tabea waßmuth, aber mit gier

Wolfsburg ohne tabea waßmuth, aber mit gier

Die Niedersachsen müssen auf ihre Top-Stürmerin verzichten, dafür aber nicht auf ihren Selbstanspruch. Dreimal in Folge triumphierten sie im Pokal, bevor Bayern 2023 die Serie riss. Die Erinnerung an verlorene Dominanz brennt. Frankfurt hingegen träumt vom ersten Finale seit 2021 – und damals standen sie bereits vor dem eigenen Tor, als Wolfsburg in der Verlängerung traf. Doorsoun war damals noch auf der Siegerseite.

Die Automatismen, sagt sie, seien nicht verloren. „Wir haben in der kleinen Gruppe gearbeitet, Laufwege geschliffen, die Abstimmung zwischen Tor und Viererkette neu justiert.“ Das klingt nach Details, aber im Pokal entscheiden Centimeter. Verzichten muss Frankfurt auf Chiba und Raso, dafür kehrt Doorsoun gestärkt aus den USA zurück. Ihre Zahlen seit Jahresbeginn: 90 % gewonnene Zweikämpfe, sieben Balleroberungen pro Spiel, kein Gegentor nach Standardsituationen.

Die tor-garantie: mindestdrei-regel seit 2023

Die tor-garantie: mindestdrei-regel seit 2023

Statistiker lieben diese Serie: Seit 2023 fielen in sechs Pflichtspielen zwischen beiden Teams nie weniger als drei Tore. 6:1, 3:2, 4:3 – die Tabelle der Extreme. Kein Unentschieden, immer ein Sieger. Für Zuschauer ein Fest, für Torhüter ein Albtraum. „Wir werden Wolfsburg einen Fight liefern“, verspricht Doorsoun und klingt dabei wie eine Boxerin, die weiß, dass sie zwölf Runden gehen kann.

Arnautis hat die Videoanalyse genutzt, um Lücken im Wolfsburger Pressing zu identifizieren. Seine Devise: Schnelles Umschaltspiel, Räume zwischen den Linien, frühes Stören der Aufbauzone. Klingt nach Taktik-Fachchinesisch, ist aber die Basis für das, was Fans lieben: offenes Schlagabtausch mit Tempo und Emotion. Für das Finale in Köln, betont Doorsoun, „müssen wir an unsere Grenzen gehen“. Die erste Grenze heißt Wolfsburg.

Kick-off 18.30 Uhr, live im kicker. Ein Sieg und Frankfurt steht vor dem Halbfinale, das am 13. Mai den Weg zum Kölner Olympiastadion ebnet. Die Eintracht hat den Dreizack ausgepackt: Motivation, Statistik, Selbstvertrauen. Wolfsburg antwortet mit Heimrecht, Tradition und der Erinnerung an vergangene Pokalnächte. Wer danach noch behauptet, Frauenfußball sei langweilig, hat das Spiel einfach nicht verstanden.