Donadoni fliegt nach 23 punkten – spezia setzt auf d'angelo-rückkehr

Roberto Donadoni muss gehen. Nach 21 Spielen und nur 23 Punkten hat der US Spezia den 60-Jährigen freigestellt. Präsident Charlie Stillitano landete am Dienstag in Mailand, um die Trennung persönlich zu besiegeln. Sein Ersatz ist kein Neues: Luca D'Angelo, den der Klub erst im November entließ, steigt wieder ein.

Stillitanos kurzbesuch wird zur richtungsentscheidung

Die Niederlage gegen Juve Stabia war der letzte Strohhalm. Spezia rutschte auf Rang 18, nur einen Punkt vor die Play-out-Plätze. Stillitano flog extra aus den USA, um mit Donadoni und Eigentümer Thomas Roberts zu sprechen. Das Ergebnis: ein „ehrliches, konstruktives Gespräch“, wie der Verein formuliert – und ein gemeinsamer Rücktritt, der vorgeblich „weit über sportliche Belange hinausgeht“.

Der Klub dankt für „Professionalität und Engagement“, doch die Zahlen sind gnadenlos: 0,9 Punkte pro Spiel, nur acht Siege, elf Gegentore in den letzten fünf Partien. Die Defensive wackelt, der Angriff schießt zu selten – und die Tifosi fragen sich, warum man D'Angelo damals überhaupt feuerte, wenn man ihn nun wieder holt.

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D'angelo kehrt zurück – mit einem sechs-spiel-sprint

Der 49-jährige Coach kennt die Kabine, die Liga, den Druck. In seiner ersten Amtszeit holte er 1,26 Punkte pro Spiel – kein Feuerwerk, aber stabiler als Donadonis Kurve. Verbleiben sechs Matchdays, um den Abstand zur sicheren Zone von vier Zählern zu schmelzen. Die Termine: Gegen Tabellennachbarn wie Feralpisalò und Ternana, dann das Finale mit Spitzenteams wie Parma oder Venezia.

Die Spieler bekamen die Nachricht per WhatsApp-Gruppe. Einige reagierten mit Emojis, andere schwiegen. Kapitän Giuseppe Mastrippolito postierte auf Instagram ein schwarzes Bild – ohne Worte. Die Botschaft ist klar: Wer jetzt nicht liefert, rutscht in die dritte Liga. Die Prognose: D'Angelo setzt auf Dreierkette und Versiegelung der Mittelfeldlinie. Noch ist die Luft dünn, aber der Vorteil liegt in der Rapidität: Er muss keine Zeit mit Einarbeitung verschwenden.

Donadoni verlässt Ligurien mit Koffer und Stolz. „Manchmal reicht Leidenschaft nicht“, sagte er vor der Abreise zum Flughafen Genua. Er bleibt ohne Job, nicht ohne Ansehen. Für Spezia beginnt ein Selbstversuch: derselbe Trainer, dieselbe Mannschaft, neue Dringlichkeit. Noch sechs Endspiele. Entweder sie fliegt raus – oder sie fliegt nach oben. Die Uhr tickt. Die Kurve ist steil. Und die Liga wartet nicht.