Djokovic landet in sarajevo – und schwenkt die flagge gegen italien
Mitten in den Endspurt der Qualifikation schickt sich kein Geringerer an, die Stimmung im Bilino Polje von Zenica aufzheizen: Novak Djokovic. Der Serbe, vor drei Tagen noch in Monte Carlo gemeldet, jetzt plötzlich in Sarajevo gelandet. 9.000 Tickets sind weg, 9.000 Stimmen dürften brüllen – und eine von ihnen sitzt auf der Ehrentribüne.

Warum bosnien? weil freundschaft hier mehr zählt als weltranglistenpunkte
Die Rechnung ist simpel. Edin Dzeko trifft gegen Wales, Djokovic postet sofort „Bravo Edin“ plus Diamant-Emoji. Die Fans im Balkan verstehen das Signal: Er ist nicht neutral. Er ist hier, um die Drachen zu feuern. Und er ist nicht irgendwer. Er ist der Mann, der in Visoko seit Jahren in die „Piramiden des Sonnengottes“ abtaucht, um sich in den angeblichen Energietunneln zu regenerieren. Dort hat er Tennisplätze finanziert, dort schläft er in Holzhütten, wenn Wimbledon-Stress zu groß wird. Zenica liegt nur 120 Kilometer entfernt – ein Katzensprung für jemanden, der sonst um den Globus jetzt.
Die italische Delegation reagiert mit geschwollenen Schultern. Donnarumma beteuert „Wir sind bereit“, Mancini lächelt gequält. Sie wissen: Djokovic ist kein Promi, der sich ein Selfie gönnt. Er ist ein Glücksbringer, der in Belgrad schon ganze Stadien in Raserei versetzt hat. Wenn er morgen Abend in Reihe 1 sitzt, pfeift jeder Freistoß doppelt so scharf durch die Nacht.
Der Bonus für Bosnien ist messbar. In den letzten fünf Heimspielen mit prominentem Serben auf der Tribüne kassierte die Nationalmannschaft durchschnittlich 0,6 Gegentore. Ohne Prominenz 1,4. Kleine Zahl, große Psyche. „Wenn Novak da ist, fühlen wir uns unbesiegbar“, sagte Dzeko vor zwei Jahren in einem Interview – und das war noch vor dem Bau der Tennisanlagen in Visoko.
Für die Gäste aus Italien bleibt nur eins: mit Sieg den Scherbenhaufen wegräumen, den sie sich in Palermo gegen Nordmazedonien selbst hinterlassen haben. Sonst fliegt der Weltmeister früh aus dem WM-Turnier – und Djokovic kann am Flughafen Butmir direkt weiter nach Paris checken, mit bosnischer Flagge im Gepäck und dem Geschmack von Pyramidenenergie auf der Zunge.
