Djokovic fehlt in monte carlo – erstmals seit 14 jahren ohne den serben
Novak Djokovic wird auch in Monte Carlo fehlen. Das Masters vom 5. bis 12. April verliert damit seinen Rekordchampion – und die Tour verliert das letzte Stück Kontinuität, die noch übrig war.

Der körper diktiert, nicht mehr der wille
Die Organisatoren bestätigten am Freitag knapp: Djokovic sagt ab. Kein Grund, keine Erklärung, nur ein Name, der von der Startliste verschwindet. Es ist dasselbe Bild wie in Miami, dasselbe wie in Indian Wells, wo er nach dem Achtelfinale gegen Jack Draper mit einer Schulter, die ihn seit Wochen behindert, das Stadion verließ.
Seit 2011 war der Serbe in Monaco praktisch Inventar. 14 Jahre lang lief er die Rothen Treppen hinunter, trainierte auf dem Court Rainier III, gewann 2013 und 2015 das Turnier. Nun schaut er von außen hinunter auf das Mittelmeer – und auf eine Rangliste, in der er am Montag auf Platz vier rutschen wird. Die Zahl klingt nach Luxusproblem, ist aber ein Signal: Der Abstand zur Spitze wächst, während der Kalender läuft.
Djokovic wird 39 im Mai. Rafael Nadal beendete mit 38, Roger Federer mit 41. Keiner von ihnen musste sich zwischendurch mit Fußschmerzen, Ellbogenproblemen und nun einer Schulter herumärgern. Der Unterschied: Sie kündigten Abschiedstermine, Djokovic kündigt nur Absagen an. Kein Ende, aber immer mehr Lücken.
Die Frage ist nicht mehr, ob er noch einen Grand Slam gewinnt. Die Frage ist, ob er überhaupt noch ein ganzes Turnier durchspielt. Sein letztes Match bei einem ATP-Event jenseits der Majors liegt über ein Jahr zurück. Die Strategie, sich auf die vier Wochen im Jahr zu konzentrieren, die Geschichte schreiben, funktioniert nur, wenn der Körper mitmacht. Der Körper meldet sich gerade ab.
Monte Carlo war immer sein Frühjahrsbeginn, der Ort, wo er Rhythmus fand vor Paris. Ohne diesen Start wird die Vorbereitung auf Roland Garros ein Experiment. Die Saison ist erst zwei Monate alt, Djokovic hat gerade einmal sieben Matches absolviert. Wenn er in Rom auftaucht, wird er wieder von Null beginnen müssen.
Die Tour schreibt weiter, die Next Gen bestellt schon lange den Tisch. Aber ein Masters ohne Djokovic bleibt ein halbes Masters. Selbst wenn keiner mehr weiß, wann er wiederkommt.
