Diomande zittert um wm-ticket: schulter-drama nach leipzig-spektakel

Yan Diomandelieferte sich gegen Hoffenheim ein Schmerzensduell – und schlug trotzdem zweimal zu. 44. Minute: Vorlage zum 4:0. 45+5: angebliches 5:0, aber der VAR zog ihn wegen Knies Abseits zurück. Dazwischen behandelten die Doc’s seine linke Schulter, nachdem Alexander Prass ihn in Minute 32 rüde aushebelte. Die Leipziger Kurve feierte, niemand ahnte, dass der Ivorer mit einem gerissenen Kapselband weiterspielte.

Kapselriss, keine operation – aber länderspiel-aus

Kapselriss, keine operation – aber länderspiel-aus

Die MRT-Bilder am Samstagmorgen bestätigen die Befürchtung: Kapselverletzung links, Ausfallzeit offen. Operation vermieden, Konserve statt Skalpell. Das gab RB am Montag durch. Konsequenz: Diomande sagte Reise zur Elfenbeinküste ab, verpasst Testspiele gegen Südkorea und Schottland. Für Leipzig heißt es: 17 Scorerpunkte (10 Tore, 7 Assists) in 26 Pflichtspielen stehen auf der Bank – zusammen mit dem 19-Jährigen.

Ole Werner wird die Länderspielpause nutzen, um Last-Minute-Tests zu machen. Ziel: Einsatz am 4. April in Bremen, wenn Leipzig um Champions-League-Luft kämpft. Die Wahrscheinlichkeit? Interner Tenor: „50:50“, sagt ein Staff-Mitarbeiter. Denn Schultern sind launisch. Ein falsches Aufwärmen, und die Kapsel reist wieder auf.

Die Szene, die alles auslöste, war typisch Diomande: Sprint über halbrechts, Hüfttrick, dann Prass, der mit dem Ellbogen nachsetzt. Der Flügelflitzer stolpert, schüttelt sich, spielt weiter. Die Leipziger Physios kennen das: Diomande schweigt sich aus, wenn’s weh tut. „Er hat nur kurz genickt, dann ging’s weiter“, sagt Co-Trainer André Trulsen. „So tickt er. Schmerz ist Nebensache, Tore zählen.“

Die Zahlen sind sein Druckmittel: Marktwert 15 Millionen Euro, Vertrag bis 2028, WM 2026 auf dem Zettel. Die Elfenbeinküste plant mit ihm, auch wenn Trainer Jean-Louis Gasset nun auf Maxwel Cornet und Christian Kouamé ausweicht. Fehlt Diomande länger, rückt Benjamin Šeško ins Zentrum, Loïs Openda nach links. Die Automatismen laufen, doch die Dreiecke über die rechte Seite verlieren an Dampf.

Der Klub will das Risiko nicht forcieren. Kein Spiel mit Schmerzmittelcocktail, lautet interne Order. Die medizinische Abteilung hat Stabilisations- statt Operationspläne aufgesetzt: isokinetisches Krafttraining, Propriozeption, Schulter-Kreisel-Programm. Ziel: Volle Belastung in zwei Wochen. Bis dahin heißt es: Ellbogen raus, Daumen hoch – für den Jungen, der vor einem Jahr noch in Leganés’ zweiter Mannschaft kickte.

Diomande selbst schickt Voice-Notes an die Gruppe: „Ich bin zurück, vergesst mich nicht.“ Die Kabine lacht, weil sie weiß: Sobald der 19-Jährige wieder sprintet, spuckt der Rasen Funken. Bremen wartet, die WM auch. Und Yan Diomande? Der steht bereits auf dem Laufband, Schulter stabilisiert, Blick nach vorn. Keine Frage, nur Fakt: Wenn er durchstartet, zieht Leipzig mit – Kapsel oder nicht.