Diaz will weltrekord – nach gold in torun

Andy Diaz springt sich in zwei Wochen vom Nachrücker zum Doppel-Weltmeister. Der Italiener verteidigte in Torun die Hallen-Krone im Dreisprung – und kündigt sofort das nächste Megaziel an: Weltrekord. «18,29 Meter liegen für mich drin», sagt er. «Am liebsten beim Golden Gala in Rom.»

Gold, egal – diaz bleibt unzufrieden

17,59 Meter reichen für Platz eins, trotzdem nagt der 29-Jährige. «Mein Bein versagte nach dem ersten Versuch. Ich musste nur noch verwalten.» Dabei war die Reise nach Polen eigentlich geplant worden – bis Coach Fabrizio Donato und er sich umentschieden. «Wir dachten: Außensaison reicht. Dann sahen wir die Konkurrenz und sagten: Los, wir starten.»

Der Plan ging auf. Diaz blieb souverän, weil er nach eigenen Worten «ruhiger als je zuvor» war. Die Nerven der Gegner zitterten lauter als seine Sprungbeine.

Der sprung, der nie geplant war

Der sprung, der nie geplant war

Die Ironie: Vor 14 Tagen sollte Diaz zu Hause bleiben. Stattdessen flog er, holte Gold und schraubte die Ansprüche nach oben. «Ich bin nie zufrieden. Das ist mein Antrieb.» Nun will er den Weltrekord von Jonathan Edwards angreifen – 18,29 Meter, seit 1995 unangetastet.

Italiens Leichtathletik sucht seit Jahren einen neuen Superhelden. Diaz liefert das Spektakel, das die Sportart braucht. Die Fans sollen nicht mehr nur über Erinnerungen jubeln, sondern live dabei sein, wenn Geschichte fällt. Rom, Piazza di Spagna, 18,30 Meter – das wäre mehr als eine Zahl. Es wäre ein Volksfest.

Diaz selbst bleibt nüchtern. «Rekorde sind keine Wunder, sie sind die Summe von tausenden hässlichen Sprüngen im Training.» Der Himmel über Torun war erst der Anfang. Nächster Halt: der ewige Sommer der italischen Stadien – und vielleicht die Ewigkeit selbst.