Di salvo zieht die notbremse: u21 muss jetzt liefern

Antonio Di Salvo wirkt gelassen, aber der Blick auf die Tabelle nagelt seine U21 an den Boden. Gegen Nordirland und Griechenland droht der EM-Quali das Aus – und der Bundestrainer weiß: zwei Siege sind kein Wunsch, sondern Befehl.

Backhaus oder seimen – das torhüter-duell wird zum kracher

Mio Backhaus bekommt Braunschweig, Dennis Seimen Athen. Di Salvo teilt die WM-Tore wie Bonbons, weil er keine andere Wahl hat. „Beide sind auf Augenhöhe“, sagt er, doch die Botschaft ist klar: Wer patzt, fliegt. Die Rotation ist keine Geste der Gerechtigkeit, sondern ein Versuch, Risiko zu minimieren, während die Zeit läuft.

Nordirland war im Oktober ein Kraftakt, die 2:1-Heimführung geriet zur Zitterpartie. Die Gäge spielen mit dem Klischee der körperbetonten Underdogs, lange Bälle, second balls, Standards. Di Salvo fordert „Spielkontrolle und Tempo“, doch auf dem Papier klingt das einfacher als auf dem Platz, den die Nordiren mit Mann-Deckung und aggressivem Pressing verkleinern.

Nagelsmann klaut die stars – und das ist okay

Nagelsmann klaut die stars – und das ist okay

Lennart Karl fehlt, weil er bei der A-Nationalmannmannschaft ist. Said El Mala kam zurück, aber die Aura ‚Ich war schon oben‘ begleitet ihn. Di Salvo lacht das nicht aus. „Jeder, der nach oben rutscht, ist eine Bestätigung unserer Arbeit.“ Doch der subtext lautet: Bestätigung hin oder her – Punkte müssen trotzdem her. Die Talente sollen Führungsspieler sein, aber sie sind auch 20 Jahre alt und spielen ihr erstes richtiges Turnier.

Julian Nagelsmann muss nicht anrufen, bevor er jemanden abwirbt. Trotzdem tut er es, weil Di Salvos scouting-Reports wertvoll sind. „Er möchte wissen, wie sich ein Junge in der Kabine verhält“, sagt Di Salvo. Was er verschweigt: Wenn die Antwort lautet „abgehoben“, landet der Spieler schneller wieder in der U21, als ihm lieb ist.

Griechenland wartet in Athen mit dem Gedanken der Revanche für das 2:3 im Hinspiel. Das Olympiastadion wird kochen, die deutsche Elf muss dann ohne Heim-Fans auskommen. Die Rechnung ist simpel: wer dort verliert, darf im Sommer 2027 wahrscheinlich zuschauen, statt mitzuspielen.

Di Salvo spricht von „Vorfreude“, aber seine Körpersprache verrät Anspannung. Die U21 ist kein Entwicklungsklub mehr, sondern ein Ergebnisdienstleister. Die Zeit der Experimente ist vorbei, jetzt zählen nur noch Tore und Platz eins in der Gruppe. Alles andere wäre ein Debakel – und das wissen auch die Keeper, die nur die Hälfte der Spiele halten dürfen.