Di salvo muss umbauen – bischof bleibt chef, zwei ausfälle erschüttern u21

Antonio Di Salvo reibt sich die Augen. Kaum hat die deutsche U21 den Fokus auf Griechenland und Nordirland geschärft, zieht der Verletzungsgau durch den Kader. Nnamdi Collins bleibt in Frankfurt, Noel Aseko in Hannover – und mitten im Quali-Endspurt fehlen dem DFB-Coach zwei Schlüsselkräfte.

Der knöchel und das fieber: warum zwei leistungsträger fehlen

Collins spielte am Sonntag noch durch, dann traf ihn ein Gegenschuh am Sprunggelenk. „Das Signal kam spät, aber deutlich: Er kann nicht belastet werden“, sagt Di Salvo. Die medizinische Abteilung der Eintracht schickt erste Bilder, ein MRT-Termin steht an. Noch ist offen, ob Band oder Knochen betroffen sind. Aseko liefert das andere Szenario: Fieber, grippaler Infekt, Krankenschreibung bis Freitag. „Ein Virus, der perfektes Timing hasst“, brummt ein Betreuer.

Die Lösung heißt Mika Baur. Der 20-Jährige vom SC Paderborn flog am Montagabend nach Braunschweig, sein zweites U21-Lager, diesmal als Notnagel. Baur kann beide Außenbahnen besetzen – ein Schweizer Taschenmesser für Di Salvos Umstellungspläne.

Bischof bleibt kommandant – nur die position wechselt

Bischof bleibt kommandant – nur die position wechselt

Tom Bischof trägt weiter die Binde, aber nicht mehr das Etikett „Außenbahnspieler“. Di Salvo zieht den Bayern-Talent in die Zentrale, ins Herz des Spiels. „Er soll Puls und Pressing bestimmen, nicht nur flanken“, erklärt der Trainer. Bischof selbst hatte in den Vorgesprächen signalisiert: „Ich will vorangehen, nicht nur mitschwimmen.“ Die U21-Führung setzt auf seinen Viererketten-Takt, auf seine Fähigkeit, Lücken mit Diagonalbällen zu sprengen.

Die Entscheidung ist keine Gnade, sondern eine Kampfansage. Gegen Nordirland und Griechenland geht es nicht nur um Tabellenplätze, sondern um Tickets für Serbien/Albanien 2027 – und damit um die Olympiateilnahme 2028 in Los Angeles. Wer jetzt patzt, fliegt aus dem Rennen.

Zwei spiele, ein ziel: olympia im visier

Zwei spiele, ein ziel: olympia im visier

Freitag, 18 Uhr, Eintracht-Stadion Braunschweig: Nordirland wartet als Tabellendritter, punktgleich mit Deutschland, nur das Torverhältnis trennt beide. Vier Tage später in Athen trifft die DFB-Auswahl auf das makellose Griechenland – sechs Spiele, sechs Siege, 17:1-Tore. Die Hellenen haben die Gruppe F fest im Griff, die deutsche Rechnung lautet: mindestens vier Punkte aus den beiden Partien, sonst wird der Weg nach L.A. zum Bergsteigen ohne Seil.

Di Salvo baut deshalb auf eine Mischung aus Frische und Erfahrung. Mit Ansgar Knauff und Youssoufa Moukoko stehen zwei EM-Teilnehmer von 2021 im Kader, mit Paul Wanner und Francis Onyeka zwei Debütanten, die den Funken liefern sollen. Die Defensive muss ohne Collins umgestellt werden – Joshua Quarshie rückt von links nach innen, Baur übernimmt die Außenposition.

Die Botschaft ist klar: Krise oder nicht – die Quali endet erst im Oktober, aber der Grundstein wird jetzt gelegt. „Wir wollen nicht nachreisen, wir wollen Gastgeber sein“, sagt Di Salvo. Gemeint ist das Turnier 2027, doch der Weg dorthin führt über Braunschweig und Athen. Ohne Collins, ohne Aseko, aber mit Baur und einem Kapitän, der plötzlich wieder Mittelfeldstratege ist. Die U21 ist gewarnt: Wer jetzt zögert, fliegt raus aus dem Olympia-Traum.