Di francesco zieht vor roma die notbremse: sottil fällt aus, gelandman oder fofana rücken nach

Eusebio Di Francesco schaut nicht zurück. 24 Stunden vor dem Duell mit seiner Ex-Mannschaft hat der Lecce-Coach die Karten neu gemischt – und dabei eine Hiobsbotschaft verkündet.

Riccardo Sottil raus, Kader auf 19 Feldspieler zusammengeschrumpft. „Er hat sich selbst eine Pause verordnet, um wieder vollständig sauber zu werden“, sagte Di Francesco in der Pressestunde am Freitag. Die Saison des Flügelflitzers verläuft holprig, zwischen Blessur und Formtief. Nun die Zwangspause. Der verletzte Coulibaly fehlt ebenfalls, dafür rückt entweder Gandelman oder Fofana in die Startelf. „Wir bauen um, ohne an Reaktion zu verlieren“, betonte der Trainer.

Roma reist angeschlagen an, lecce will die lücke nutzen

Roma reist angeschlagen an, lecce will die lücke nutzen

Die Roma kommt mit müden Beinen vom Europa-League-Auswärtsspiel. Di Francesco kennt die Mentalität der Hauptstadt – und ihre Schattenseiten. „Die Fans sind sauer, aber sie schalten schnell auf Support-Modus, wenn sie Räume wittern.“ Seine Devise: früh stören, Tempo erhöhen, die Zweikämpfe nach vorne verlagern. „Wir dürfen uns keinen Selbstbaukasten liefern.“

Das 0:1 kurz nach dem Seitenwechsel in den letzten beiden Spielen nagt an ihm. „Ein Muster, keine Gliederpuppe. Wir haben die Kette im Nacken, jetzt reagieren wir mit bewussteren Laufwegen.“ Die Lösung: engere Räume, schnellere Umschaltmomente, wenig Raum für Romes neue Spitze Donyell Malen. „Er ist der Hojlund der Roma – giftig in der halben Tiefe. Wir müssen ihn mit zwei Körpern zusetzen“, forderte Di Francesco.

Roberto Piccoli und Federico Di Francesco – seine Sturmvarianten – erhielten diese Woche Extra-Schichten. „Die Intensität im Training ist nach oben geschraubt, jeder spürt: Die Tür steht offen.“ Besonders Assan Cheddira nutzt den Ramadan, um an Kondition zu gewinnen statt sie zu verlieren. „Er kommt aus der Pause wie ein Boxer aus der Ringecke – mit erhobenen Händen.“

68 000 werden im Olimpico erwartet. Di Francesco lächelt kurz. „Lautstärke ist ein Treibstoff, den wir uns anzünden müssen.“ Für Lecce geht es um den Sprung auf 40 Punkte, den virtuellen Rettungsanker. „Wir brauchen keine Helden, wir brauchen eine geschlossene Rechnung. Wer dort gewinnt, schreibt das Ende der Krise – oder den Anfang.“