Di francesco: von der tiefenkrise zum triumph in lecce!

Eusebio Di Francesco hat es geschafft: Nach zwei schmerzhaften Absteigern hat er mit Lecce die Klasse gehalten. Ein Triumph, der mehr als nur sportliche Bedeutung hat – er ist die Genugtuung für einen Coach, der am Tiefpunkt seiner Karriere stand und sich nun eine neue Zukunft aufbauen kann.

Die wende kam in cagliari

Die wende kam in cagliari

Der Schlüssel zum Erfolg, so Di Francesco, lag in der jüngsten Begegnung mit Cagliari. „Dort haben wir die Wende geschafft. Davor waren wir noch weit entfernt von dem, was wir zeigen wollten. Aber dieser Sieg hat uns den entscheidenden Schub gegeben.“ Und ein besonderer Dank gilt Matias Soulé, der ihm nach dem Spiel eine Nachricht schickte – ein Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens.

Di Francesco spricht offen über die schwierige Zeit nach den beiden Absteigern. „Ich war nicht in der besten Verfassung, obwohl ich viele Komplimente bekommen habe. Das hat mich einerseits ermutigt, mich aber auch ein wenig wie den Pechvogel gefühlt haben lassen. Der Vorwurf, die Sorge, die man einem Trainer ansieht, wenn er zweimal hintereinander absteigt, das ist schwer zu tragen.“

Um diese schwierige Phase zu bewältigen, suchte Di Francesco professionelle Hilfe. „Ich habe mich an eine Firma namens HiSkill gewandt, die sich auf die Entwicklung von Ressourcen spezialisiert hat. Die Interaktion mit ihnen hat mir sehr geholfen, meine Situation zu verbessern. Der Rest war harte Arbeit.“

Ein automatischer Vertragsverlängerung steht nun bevor, und Di Francesco blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich werde mir ein paar Tage Zeit nehmen, um zu entspannen, und dann mich mit dem Verein zusammensetzen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Ich bin dem Verein dankbar, dass er an mich geglaubt hat, und wir haben ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut.“

Der Erfolg von Lecce, mit zehn Siegen in der Serie A – eine Zahl, die man seit Zeman im Jahr 2004/2005 nicht mehr gesehen hatte – ist ein Beweis für die harte Arbeit und den Teamgeist. „Das macht mich stolz. Wir waren immer kompakt und ausgeglichen, ein echtes Team.“

Di Francesco kehrte nach 14 Jahren nach Lecce zurück und stellt fest: „Alles hat sich verändert. Der Verein hat eine tolle Arbeit geleistet, um die Fans an das Team heranzuführen. Früher hieß es, man müsse Spieler verkaufen und keinen Enthusiasmus wecken. Damals war ich jung und habe alles mitgemacht, aber heute ist es ein ganz anderer Verein.“

Der Schlüsselmoment der Saison? „Die Siegesserie in Cagliari. Wir hatten die Hinrunde verloren und unsere Schwächen offenbart. Ich habe dann taktische Änderungen vorgenommen, die sich als richtig erwiesen haben. Und gegen Sassuolo hatten wir Glück, aber man muss auch selbst Glück schaffen – wir haben alles auf eine Karte gesetzt und es hat geklappt.“

Die Arbeit mit jungen Spielern ist für Di Francesco eine Herzensangelegenheit. „Wir müssen uns ihnen zuwenden, nicht umgekehrt. Soziale Medien sind nicht per se schlecht, aber man muss sie intelligent nutzen und sich nicht von allem beeinflussen lassen. Wichtig ist, immer an der Arbeit zu bleiben – das ist mein Rat an junge Spieler und auch an meine eigenen Kinder.“

Viele Spieler, mit denen Di Francesco in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat, sind ihm noch dankbar. „Berardi zum Beispiel, obwohl er gegen uns oft den Teufel gespielt hat. Auch Daniele De Rossi, der sich zu einem großartigen Trainer entwickelt. Und natürlich Matias Soulé, der mir nach dem Spiel gratuliert hat.“

Die Rückkehr der Stürmer hat Lecce zusätzlich Auftrieb gegeben. „Cheddira hat in der zweiten Saisonhälfte körperlich enorm aufgeholt und musste seine alte Bissigkeit wiederfinden. Stulic hat großes Potenzial, das er noch nicht voll ausgeschöpft hat, aber er wird sich noch weiterentwickeln.“

Und was ist mit Camarda, dem jungen Nationalspieler? „Ein goldener Junge und ein Musterprofi. Er wurde dieses Jahr leider durch eine Schulterverletzung zurückgeworfen, aber ich bin sicher, dass er ein großer Stürmer wird.“

Di Francesco bewundert Fabregas und seinen Spieler Da Cunha. „Fabregas leistet hervorragende Arbeit. Ich mag seine Philosophie und Da Cunha ist ein Mittelfeldspieler, der alles kann. Als ehemaliger Mittelfeldspieler bewundere ich ihn sehr.“

Die Champions-League-Teilnahme mit der Roma im Jahr 2019 bleibt eine schöne Erinnerung. „Es hätte vielleicht den VAR gebraucht, um 2018 ins Finale zu kommen. Im Jahr darauf waren wir gegen Porto unglücklich raus. Aber ich habe aus all diesen Erfahrungen gelernt und bin gestärkt daraus hervorgegangen.“

n