Nagelsmann vs. pochettino: so persönlich werden wm-kader!

Ein Aufruf oder eine E-Mail? Die Frage, wie ein Trainer seine Spieler über die Nicht-Nominierung für ein großes Turnier informiert, hat in der Fußballwelt für Aufsehen gesorgt. Während der Bundestrainer Julian Nagelsmann noch persönlich anruft, setzt der US-Coach Mauricio Pochettino auf eine weniger emotionale Methode – die E-Mail.

Die unterschiedlichen philosophien der trainer

Die Entscheidung von Pochettino, seine nicht ausgewählten Spieler per E-Mail zu informieren, mag auf den ersten Blick unpersönlich wirken. Doch der Argentinier verteidigte seinen Ansatz mit einem überraschend ehrlichen Geständnis: „Als ich noch Spieler war und nicht in den Kader kam, wollte ich nicht, dass mein Trainer mich anruft. Was soll man denn sagen? Soll ich lügen?“ Er glaubt, dass es nach der Entscheidung ohnehin zu spät für persönliche Gespräche ist und dass die Spieler in dieser Situation oft nicht eine tröstende Botschaft hören wollen.

Nagelsmann hingegen scheint Wert auf eine individuelle Ansprache zu legen. Der persönliche Anruf soll nicht nur Respekt zeigen, sondern auch die Möglichkeit bieten, die Entscheidung zu erklären und den Spielern Mut zu machen. Die unterschiedlichen Philosophien spiegeln die individuellen Vorstellungen von Führung und Spielerbetreuung wider.

Doch hinter Pocchettinos pragmatischem Vorgehen verbirgt sich mehr als nur eine rationale Entscheidung. Der Coach offenbarte, dass er in den letzten Wochen kaum geschlafen hat, weil ihn das Schicksal der aussortierten Spieler so sehr beschäftigt. „Das Thema liegt mir am Herzen. Ich kann mich nicht für die 26 Jungs freuen, die vor mir stehen, weil ich an die Spieler denke, die nicht dabei sind.“ Diese Worte zeigen, dass auch er emotional stark mit den Spielern verbunden ist, auch wenn er es anders ausdrückt.

Die USA treffen bei der WM in Gruppe D auf Paraguay, Australien und die Türkei. Im letzten Testspiel vor der WM trifft das Team unter anderem auf Nagelsmanns Deutschland in Chicago (6. Juni). Die Spannung steigt, und die Vorbereitungen für das größte Fußballfest der Welt laufen auf Hochtouren.

Der us-kader im überblick: bundesliga-stars dabei

Der us-kader im überblick: bundesliga-stars dabei

Der US-Kader für die Heim-WM steht fest und umfasst einige bekannte Namen aus der Bundesliga. Im Tor stehen Chris Brady (Chicago Fire), Matt Freese (New York City FC) und Matt Turner (New England Revolution). In der Verteidigung sind Sergino Dest (Eindhoven), Alex Freeman (Villarreal), Mark McKenzie (Toulouse FC), Tim Ream (Charlotte FC), Chris Richards (Crystal Palace), Antonee Robinson (Fulham), Miles Robinson (FC Cincinnati), Joe Scally (Gladbach) und Auston Trusty (Celtic Glasgow) dabei. Das Mittelfeld wird von Tyler Adams (Bournemouth), Sebastian Berhalter (Vancouver Whitecaps), Weston McKennie (Juventus), Giovanni Reyna (Gladbach), Cristian Roldan (Seattle Sounders) und Malik Tillman (Leverkusen) gebildet. Im Sturm gehören Brenden Aaronson (Leeds United), Max Arfsten (Columbus Crew), Folarin Balogun (Monaco), Ricardo Pepi (Eindhoven), Christian Pulisic (Milan), Timothy Weah (Marseille), Haji Wright (Coventry City) und Alejandro Zendejas (CF America) zum Aufgebot.

Die Entscheidung, wer dabei ist und wer zu Hause bleibt, ist immer schmerzhaft. Doch letztendlich zählt nur eines: die Leistung auf dem Platz und der Wille, für sein Land zu kämpfen. Die WM in den USA wird zweifellos ein unvergessliches Ereignis werden.