Dhfk leipzig: videoanalyst nach wetzlar-besuch raus!
Schock in der Daikin Handball-Bundesliga: Der SC DHfK Leipzig hat seinen Video- und Datenanalysten Enrico Henoch nach einem vermeintlichen Fehltritt freigestellt. Ein Besuch beim abstiegsbedrohten Konkurrenten HSG Wetzlar und kurz darauf aufgetauchte Fotos mit dem Ex-Trainer Runar Sigtryggsson sorgten für die drastische Maßnahme des Tabellenvorletzten.

Ein fragwürdiger ausflug in die vergangenheit
Die Ereignisse überschlugen sich am vergangenen Samstag. Henoch, der seit einiger Zeit in Leipzig tätig ist, nutzte die Gelegenheit, um das Spiel zwischen der HSG Wetzlar und dem THW Kiel (33:25) zu besuchen – ein Duell zweier Teams, die ebenfalls gegen den Abstieg kämpfen. Was viele nicht wussten: Sigtryggsson, der ehemalige Chef-Trainer der Leipziger, ist nun in Wetzlar aktiv. Zwei Fotos, die Henoch und Sigtryggsson gemeinsam zeigten, mit den Bildunterschriften „Spielvorbereitung“ und „Spielnachbereitung“, tauchten kurzzeitig auf Instagram auf, bevor sie umgehend wieder gelöscht wurden. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellte.
Der SC DHfK Leipzig reagierte prompt. Geschäftsführer Karsten Günther, der sich zu dem Vorfall äußerte, blieb vage: „Dazu gibt es von unserer Seite keine Stellungnahme. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf das Sportliche und den Kampf um den Klassenerhalt.“ Henoch, dessen Vertrag ohnehin am 30. Juni ausläuft, steht somit vorzeitig nicht mehr zur Verfügung. Die Entscheidung wirft Fragen auf, insbesondere da Henochs Expertise im Bereich Videoanalyse für den Abstiegskampf von immenser Bedeutung ist.
Die Folgen waren unmittelbar spürbar. Am Freitagabend verlor Leipzig ein brisantes Duell gegen die TSV Hannover-Burgdorf mit 36:33. Fehlende Kraft und Konzentration im ersten Durchgang, sowie ein verletzter Stammkeeper Joel Birlehm, trugen zu der Niederlage bei. Leipzig konnte lediglich auf die Fehler der Gastgeber warten, um zumindest einen Punkt zu erben. Nach der Pause erhöhte Hannover das Tempo und ging in Führung, eine Führung, aus der sich die Leipziger nicht mehr befreien konnten.
Währenddessen tobte ein weiterer Kellerkampf in Minden, wo GWD Minden und der Bergische HC ein Unentschieden (28:28) erreichten. „Es geht um alles, wir sind uns der Situation bewusst“, betonte Mindens Rückraumspieler Alexander Weck vor dem Spiel. Ein Statement, das die Dringlichkeit der Situation im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga verdeutlicht.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Leipzig weiterentwickelt und welche Auswirkungen der Verlust von Henoch auf die verbleibenden Spiele haben wird. Fest steht: Der SC DHfK muss sich nun ohne seinen Videoanalysten in der Liga beweisen und den Abstiegskampf mit aller Kraft bestreiten. Die Zukunft des Klubs hängt davon ab, ob er die notwendige Geschlossenheit und Entschlossenheit findet, um die schwierige Situation zu meistern.
