Dhfk leipzig: abstieg ist besiegelt – rache für sigtryggsson?

Der SC DHfK Leipzig ist abgestürzt. Nach elf Jahren in der Handball-Bundesliga muss der Verein kommende Saison in der 2. Bundesliga antreten. Ein Ende, das viele Fans und Experten schon lange kommen sahen, aber dessen bittere Realität nun vollends eintritt.

Ein trainerwechsel kommt zu spät

Die Hoffnung auf ein Wunder schwand im letzten Saisonabschnitt rapide. Obwohl Trainer Frank Carstens nach seiner Verpflichtung noch von einem Aufschwung träumte, konnte er das Ruder nicht herumreißen. Die letzten Spiele verdeutlichten: Der Anschluss an die Konkurrenz ist unwahrscheinlich. Die Tatsache, dass gerade Wetzlar mit dem Sieg gegen Erlangen den Deckel auf die Leipziger Ambitionen machte, wirkt geradezu perfide. Runar Sigtryggsson, der im Sommer von DHfK abgewickelt wurde, kann nun mit Wetzlar den Klassenerhalt sichern – eine süße Rache für den Isländer, der in Leipzig wohl nicht die Wertschätzung fand, die er verdiente.

Der Trainerwechsel selbst brachte keine Wende. Carstens übernahm das Ruder nach zwölf Spieltagen von Raul Alonso, doch die Bilanz seitdem ist mager. Nur elf Punkte in dieser Zeitspanne sprechen eine deutliche Sprache – nur GWD Minden war noch schlechter. Die Frage ist nicht, ob die Mannschaft an Qualität mangelt, denn wie Europameister Carsten Lichtlein feststellte, verfügt DHfK über einen deutlich besseren Kader als beispielsweise Minden oder Wetzlar. Vielmehr scheint es an der nötigen Harmonie im Team gefehlt zu haben, ein Mangel, der durch die Verpflichtung des Spielmachers Dean Bombac, für den der Verein über acht Millionen Euro investierte, bestenfalls verschärft wurde.

Galgenhumor statt pfiffe

Galgenhumor statt pfiffe

Die Leipziger Fans zeigten sich erstaunlich sportlich. Statt Pfiffe gab es Beifall, selbst bei einer deutlichen Niederlage wie gegen Melsungen. Und als dann eine Minute vor Schluss „Sweet Caroline“ aus den Boxen dröhnte, konnte es sich nur um Galgenhumor handeln. Eine Saison, die so katastrophal verlief – nur drei Siege in 31 Spielen – hätte im Fußball vermutlich zu einem kompletten Zusammenbruch geführt.

Die zukunft des dhfk?

Die zukunft des dhfk?

Carstens wird auch in der 2. Bundesliga an der Seitenlinie stehen, unterstützt von einem Großteil der Mannschaft, darunter Kapitän Lukas Binder, Nationalspieler Franz Semper und eben Bombac. Die Frage ist jedoch, was nach dem absehbaren Wiederaufstieg passieren wird. Geschäftsführer Karsten Günther, der jede Kritik als persönliche Angriffe abtut, muss sich dringend um eine nachhaltige sportliche Struktur kümmern. Ein neuer sportlicher Leiter, vielleicht ein „Prokop 2.0“? Christian Prokop, der den DHfK einst in die Bundesliga führte, steht aktuell auf dem Transfermarkt. Ob ein solcher Coup sich wiederholen lässt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der DHfK muss jetzt handeln, um den Abstieg nicht zu einer dauerhaften Belastung zu machen.