Dhfk leipzig: abschied nach 11 jahren – tränen und abschied von legenden
Am Sonntagabend steht im ausverkauften Arena Leipzig ein emotionaler Abschied an. Der SC DHfK Leipzig, nach elf Jahren in der Handball-Bundesliga, tritt den Rückzug an – ein Kapitel geht zu Ende, geprägt von Höhen, Tiefen und unvergesslichen Momenten. Doch der Abstieg ist nur die eine Seite der Medaille: Neun Spieler verlassen den Verein, darunter einige Publikumslieblinge, was den Abschied noch schmerzhafter macht.
Ein neuanfang mit frischem personal
„Wenn das sportliche Ziel verfehlt wurde, ist es notwendig, frisches Blut ins Team zu bringen“, erklärt Geschäftsführer Karsten Günther. Er betont die Qualität der Spieler, die gehen: „Alle neun sind absolute Superjungs, was diesen Abschied umso schwieriger macht. Wir verabschieden nicht nur Handballer, sondern auch Menschen.“ Zwei Spieler, Simon Ernst (nach seinem vierten Kreuzbandriss) und Nils Greilich (verliehen nach Hamm, ab Sommer Hildesheim), konnten in dieser Saison keine Bundesliga-Einsätze mehr sammeln.
Doch es gibt auch eine Entscheidung, die in der Handballszene für Diskussionen sorgte: Lucas Krzikalla, eine feste Größe im DHfK-Team, wird keinen neuen Vertrag erhalten. Was aber viele überraschte: Sein Trikot soll nach dem letzten Spiel unter die Hallendecke gezogen werden und somit in die Ahnengalerie des Vereins aufgenommen werden – eine Ehre, die bereits Ex-Trainer Christian Prokop und Ex-Kapitän Alen Milosevic zuteil wurde. Letzterer, einer von Krzikallas engsten Freunden, wird seine Karriere fortsetzen und steht angeblich in Verbindung mit einem neuen Projekt in München.

Menschliche schicksale hinter den kulissen
Der Abschied von Ahmed Khairi ist besonders bitter. „Er hat seine Frau und sein Kind zu Hause gelassen und verpasste die Geburt seines zweiten Kindes, weil er dem Team unbedingt helfen wollte. Er fand in der Anfangsphase wenig Akzeptanz, da es Kommunikationsprobleme gab. Er hat das mit unglaublicher Stärke durchgestanden“, zeigt sich Günther gerührt. Auch die Situation um Adam Lönn ist von Tragik geprägt: „Die Familie Lönn hat sich enorm für den Verein eingesetzt, seine Söhne spielen in unserer E-Jugend. Wir holten ihn damals in Topform, aber er hatte einfach kein Glück. Eine Knieoperation bedeutete das vorzeitige Saisonende.“
Neben diesen beiden Geschichten gibt es weitere Stammspieler, die den Verein verlassen werden: Domenico Ebner (Lemgo), William Bogojevic, Marko Mamic und Tomas Piroch. „Es sind alles Menschen, mit denen ich gerne in Kontakt bleiben möchte“, sagt Günther. „Aber wir sind ein Sportverein, und der wird am sportlichen Erfolg gemessen. Den haben wir in dieser Konstellation leider nicht erreicht. Wir werden uns am Sonntag in die Augen schauen können. Es wird sicherlich emotional.“
Fast 6000 Fans werden Zeugen dieses Abschieds in der Arena Leipzig sein. Die Zahl allein spricht Bände über die Leidenschaft und die Verbundenheit, die der SC DHfK mit seinen Anhängern verbindet. Ein Ende, aber auch der Beginn eines neuen Kapitels – sowohl für den Verein als auch für die Spieler, die sich heute verabschieden.
