Dhb-team zittert sich zum zweiten sieg – späth rettet den ägypten-sweep
34:33 – das Ergebnis wirkt harmlos, war aber ein Schlag ins Gesicht. Die deutschen Handballer haben auch das zweite Testspiel gegen Ägypten gewonnen, doch die zweite Hälfte war ein Offenbarungseid statt eine Demonstration. Wer so gegen Dänemark spielt, wird verlieren. Punkt.
Die erste Halbzeit? Ein Fest. 19:13, Tempo, Zugriff, Jubel in Bremen. Julian Köster traf sechsmal, Matthes Langhoff schraubte die Führung auf sechs Tore. Alfred Gislason wechselte durch, alles funktionierte. Die Arena sang.

Die zweite hälfte war ein albtraum
Dann kam der Reset. Ägypten legte eine 7:1-Serie auf, plötzlich stand es 20:17. Die deutsche Abwehr löste sich auf wie ein Kartenhaus im Sturm. Zeitstrafen, technische Fehler, mangelnde Power – das alles hatte Gislason vorher gewarnt. David Späth sagte es hinterher mit finsterer Miene: „In der Form darf uns das nicht passieren.“
Die Nordafrikaner spielten, als stünde ein WM-Platz auf dem Spiel. Deutschland dagegen wirkte wie eine Mannschaft, die vergaß, dass Testspiele nur dann Tests sind, wenn man sie ernst nimmt. In der 48. Minute war der Vorsprung auf 26:25 geschrumpft. Gislason nahm eine Auszeit, aber die Worte verpufften. Die Ägypter blieben dran, bis Späth in der Schlussphase zurück im Tor stand und mit zwei Reflexen die Pleite verhinderte.
Juri Knorr musste nach einem „Pferdekuss“ in der 12. Minute raus, kam nur noch kurz zurück. Ohne ihn wird die Mitte dünn. Das ist kein Detail, das ist eine Warnung. Denn am 15. Mai winkt Kopenhagen – und dort wartet Dänemark, Olympiasieger und Weltmeister, ein Gegner, der solche Fehler nicht verzeiht.
Zwei Siege gegen Ägypten also, aber kein Grund für Jubel. Die erste Halbzeit zeigt, was geht. Die zweite, was passiert, wenn die Konzentration bröckelt. Die WM im eigenen Land rückt näher, doch die Lücken sind sichtbar. Die Zahlen lügen nicht: 13 Tore Vorsprung verwandelt in ein Tor – das ist keine Form, das ist ein Stimmungsbarometer.
Die Fans feierten trotzdem, 9.458 Stimmen schwangen sich zum Schlussakord. Aber die wissen es auch: Gegen Dänemark reicht kein „Pferdekuss“, sondern nur ein Komplett-Auftritt. Die Uhr tickt. Noch 42 Tage bis Köln.
